Mit dem Rauchen aufzuhören kann Depressionen aufleben lassen
Raucher, die jemals an einer Depression gelitten haben und ihre Sucht aufgeben, tragen ein erhöhtes Risiko, wieder depressiv zu werden. Es ist sechsmal so groß wie bei Rauchern, die nicht zu Depressionen neigen. Dies ist ein Nebenergebnis einer Studie zu einem Antidepressivum an Rauchern, die mit dem Rauchen aufhören wollten. Nach Alexander Glassman, Leiter der Studie und Chef der Abteilung für klinische Psychopharmakologie am Columbia University's New York State Psychiatric Institute, scheinen einige Raucher mit Nikotin ihre Depressionen zu "behandeln". Die Ergebnisse der Studie haben die Forscher in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht.
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Für seine sechsmonatige Studie beobachtete Glassman 76 Raucher, die alle schon einmal schwere Depressionen hatten, aber keine Antidepressiva dagegen einnahmen. Alle Raucher nahmen an einem Entzugsprogramm teil. Sie erhielten entweder das Antidepressivum Zoloft oder ein Placebo. Am Ende des Programms hörten 42 Teilnehmer mit dem Rauchen auf und 34 rauchten weiter.
Unter den erfolgreichen Probanden haben mehr als 30 Prozent eine neue Depression entwickelt. "Die Studie weist in der Tat darauf hin, dass einige Raucher, die versuchen aufzuhören, anfälliger für Depressionen sind, als wir dachten", sagt Raymond Niaura, Professor für Psychiatrie an der Brown Medical School in Providence. "Wir wussten immer, dass Personen Entzugserscheinungen erleben, wenn sie aufhören zu rauchen, darunter auch Anzeichen von Depression, aber wir erkannten niemals das Ausmaß dieses Effektes. Wir wissen, dass es nützlich ist, mit dem Rauchen aufzuhören, jedoch kann Rauchen vor einem Rückfall in die Depression bewahren."
Wenn zu Depressionen neigende Menschen mit dem Rauchen aufhören wollen, brauchen sie ein Antidepressivum und das wahrscheinlich auch noch lange nach dem Entzug, sagen die Forscher. Das Ergebnis der Studie, dass Nikotin wie ein Antidepressivum wirkt, könnte nach Glassman ein neues Gebiet für neue Antidepressiva erschließen. "Es ist wahrscheinlich möglich, dass man Nikotin-Derivate herstellt, die nicht die medizinischen Komplikationen von Nikotin hätten, sich aber als sehr nützlich im Umgang mit Depressionen herausstellen könnten."
Nicole Waschke



















