Schlafen bei Licht macht nicht kurzsichtig
Nächtliche Helligkeit fügt Augen offenbar doch keinen Schaden zu
Wenn Kinder bei Licht schlafen, werden sie davon nicht kurzsichtig. Zu diesem Ergebnis kommen Augenexperten der Emory-Universität und der Universität von Houston. Wie sie in der Fachzeitschrift "Investigative Opthamology and Visual Science" berichten, brauchen sich die Eltern keine Sorgen zu machen.
ANZEIGE
Eine frühere Studie kam zu einem anderen Ergebnis: Forscher der Universität von Pennsylvania berichteten 1999 in einer Juni-Ausgabe von "Science", dass Kinder, die bei Licht schlafen, ein fünfmal so hohes Risiko haben kurzsichtig zu werden, wie Kinder, die im Dunkeln schlafen. Für die Studie wurden die Eltern von kurzsichtigen Kinder befragt, unter welchen Bedingungen die Kinder in ihren ersten Lebensjahren schliefen.
Dieses Ergebnis wollten die Augenexperten durch eine neue Studie prüfen. Dazu verglichen die Forscher die Augenentwicklung bei Rhesusaffen unter verschiedenen Lichtbedingungen. Dabei fanden die Forscher keine Unterschiede zwischen Rhesusaffen, bei denen Tag und Nacht das Licht an war, und Rhesusaffen, die nachts im Dunklen schliefen. Die Forscher begleiteten Affen, die erst wenige Wochen alt waren, über sechs Monate. Dieses Alter entspreche beim Menschen den ersten beiden Lebensjahren und sei für die Entwicklung der Augen besonders wichtig, so Dolores Bradley vom Yerkes Regional Primate Center, die zusammen mit ihrem Houstoner Kollegen Earl Smith die Studie geleitet hat.
"Kurzsichtige Eltern haben häufig kurzsichtige Kinder", erklärt Bradley. "Und es sind die kurzsichtigen Eltern, die nachts am liebsten das Licht anlassen", so die Forscherin. Nicht wegen des Lichtes, sondern weil sie selbst kurzsichtig sind, haben sie eher Kinder, die auch kurzsichtig seien, so die Forscher.
Marianne Diehl

















