Studien mit Cannabis-Medikament geben Schmerzpatienten neue Hoffnungen
Für Patienten, die an starken Schmerzen leiden, hat eine britische Arzneimittelfirma Forschungserfolge für den Einsatz eines Schmerzmittels aus Cannabis erzielt. Nach den bisherigen klinischen Studien zeigt sich durch das Cannabis-Medikament eine bedeutende Verbesserung in der Lebensqualität der Schmerzpatienten. Die Ergebnisse belegen eine bedeutende Reduktion von Schmerz, Muskelkrämpfen und Harnblasefunktionsstörungen genauso wie eine verbesserte neurologische Funktion. GW-Pharmaceuticals hofft das Medikament 2003 auf den Markt bringen zu können.
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Geoffrey Guy, Vorsitzender von GW- Pharmaceuticals, erklärt: "Die Daten unserer vier Phase II Studien mit ungefähr 70 Patienten sind positiv und vielversprechend. Die Patienten hatten einen deutlichen Nutzen." Nun beginnt die Testphase III, die mehr Patienten an anderen Orten mit einbezieht. Diese Phase der klinischen Studien ist die letzte Hürde, bevor eine Genehmigung für ein neues Medikament erteilt wird.
Patienten, die an Krankheiten wie Multiple Sklerose leiden, die das zentrale Nervensystem angreift, fordern schon seit Jahren ein schmerzlinderndes Medikament aus Cannabis. Viele Erkrankte haben, um ihre Schmerzen zu lindern, bisher illegal die Droge von Straßenhändlern gekauft. Das Cannabispräparat wird den Patienten den schmerlindernden Nutzen von Cannabis ohne die von der Arzneimittelfirma so bezeichneten "unerwünschten psychoaktiven Nebenwirkungen" gewährleisten. Die Pflanzen, aus denen das Präparat gemacht wird, sind die gleichen wie die, aus denen illegales Rauschmittel gewonnen werden kann. Jedoch arbeitet GW daran, das Schmerzmittel in der Droge zu maximieren, also die schmerzlindernde Wirkung zu erhöhen. Die Wirkung sei nicht, dass die Patienten durch die Droge in einen Zustand geraten, in dem ihnen die Schmerzen egal sind.
GW sagte, dass die britische Regierung, wenn die Gesundheitsbehörden eine Lizenz für das Cannabis-Medikament ausgeben, Bereitschaft signalisiert habe, das Betäubungsmittelgesetz zu ändern, damit das Medikament auch verschrieben werden kann. Viele Mediziner und Patienten setzen große Hoffnungen auf die Legalisierung des Einsatzes von Cannabinoiden in der Schmerztherapie.
Cannabinoide sind die isolierten Inhaltsstoffe aus der Hanfpflanze. Andere Untersuchungen mit synthetischen Cannabinoidpräparaten zeigten Wirkung zur Schmerzlinderung oder Übelkeit bei Chemotherapien. Bei Krebs- und AIDS-Therapien sind diese Präparate in den USA bereits zugelassen. Natürliche Cannabinoide und ihr Einsatz bei Therapien sind bisher verboten. Die Cannabinoide binden im Körper an entsprechende Rezeptoren, die an vielen schmerzverarbeitenden Stellen unter anderem im Gehirn gefunden werden können. Diese Rezeptoren scheinen Einfluss auf die Freisetzung von Neurotransmittern zu haben. Die genauen Wirkprinzipien sind jedoch noch nicht geklärt.
Nicole Waschke

















