Gen für den süßen Geschmack gefunden
Gleich vier Forschungsteams beteiligten sich an der Suche nach dem Gen für den süßen Geschmack und wurden fündig. Das entsprechende Protein sitzt in den Geschmacksknospen auf der Zunge und fängt hier die zuckrigen Moleküle ab, wie ein Team in der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlichte.
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Auf die Spur des Gens führten die Wissenschaftler um Marianna Max von der New York University zwei Mäusestämme, von denen der eine lieber an zuckrigem Wasser naschte, während die anderen Tiere klares Nass bevorzugten. Den Unterschied zwischen beiden Stämmen machte das Gen T1r3, das nur bei den Naschkatzen nachzuweisen war. Daraufhin suchten die Forscher im menschlichen Genom nach einer ähnlichen Sequenz und fischten auch hier das Gen für den süßen Geschmack heraus.
T1r3 ist ein Rezeptorprotein, das auf der Oberfläche spezieller Zellen in den Geschmacksknospen auf der Zunge sitzt. Kommt es mit Zuckermolekülen in Kontakt, sendet die Zelle über Nervenbahnen Impulse an das Gehirn und teilt somit die Anwesenheit des Süßstoffs mit. T1r3 scheint mit den bereits 1999 entdeckten Genen T1r1 und T1r2 zusammenzuarbeiten. Die Position des neu entdeckten Gens im menschlichen Genom unterstützt aber seine Vorreiterstellung und lässt vermuten, dass es als "Schlüsselrezeptor" die Wahrnehmung von Zucker kontrolliert.
Diese Erkenntnisse wollen Chemiker nun nutzen, um neue künstliche Süßstoffe zu entwickeln, die geschmacklich dem echten Zucker näher sind. Denn nun müssen sie nur Moleküle designen, die genau in die Arme des Zucker-Rezeptors passen, um im Gehirn eine identische Reaktion hervorzurufen.
Dr. Dagmar Knopf

















