Erkennen von Gesichtern wird in den ersten Lebensmonaten geprägt
Babys, die in den ersten Lebensmonaten ihre Mama nicht sehen können, haben möglicherweise lebenslang Schwierigkeiten, Gesichter zu erkennen. Das berichten kanadische Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature" (Bd. 410, S. 890).
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Die Forscher untersuchten Patienten, die mit trüben Augenlinsen auf die Welt gekommen waren und bei denen der Fehler nicht sofort nach der Geburt durch einen Eingriff behoben wurde. Die Forscher wollten wissen, ob den Kindern dadurch bleibende Nachteile entstanden sind. Dazu testeten sie Kinder, deren Augenoperation mehr als neun Jahre zurücklag.
Die Forscher stellten fest, dass die Patienten zwar gut unterschiedliche Nasen- und Augenformen erkennen konnten. Wenn die Wissenschaftler bei Computerbildern aber die Abstände der Augen veränderten – was den meisten Menschen sofort auffällt –, konnten die Patienten die Gesichter nicht unterscheiden.
Anscheinend fehlt ihnen die Fähigkeit, das Gesicht als Ganzes zu betrachten, vermuten die Forscher. Da die Patienten in den ersten Lebensmonaten nicht richtig sehen konnten, konnten sich auch die Nervenzellen im Gehirn nicht entsprechend vernetzen. "Wenn das Sehen auch nur zwei Monate verspätet beginnt, kommt es bereits zu bleibenden Schäden", erklärt Daphne Maurer, eine Autorin der Studie.
Marianne Diehl

















