Supraleiter bei Raumtemperatur?
Forscher sind weltweit skeptisch
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Kroatische Forscher wollen einen Supraleiter gefunden haben, der Strom ohne Widerstand auch bei Raumtemperatur leitet. Weltweit stoßen die Ergebnisse der Wissenschaftler von der Firma A. Volta Applied Ceramics (AVAC) jedoch auf Skepsis.
Eine Mischung aus Blei, Bleicarbonat und Silberoxiden soll bereits ab plus 30 Grad Celsius den Sprung in den supraleitenden Zustand machen. Erst vor wenigen Wochen hat der bislang "heißeste" metallische Supraleiter, Magnesiumdiborid, mit einer Sprungtemperatur von etwa minus 240 Grad Celsius Aufsehen erregt. Obwohl andere Experten die Beschreibungen der kroatischen Wissenschafter als durchaus plausibel erachten, überwiegt das Misstrauen. "Wir haben Versuche mit dieser neuen Formel unternommen, konnten die Ergebnisse jedoch noch nicht reproduzieren", meint der US-Forscher Paul Chu von der University of Houston gegenüber dem "New Scientist". "Aber wir werden es noch ein wenig weiter versuchen, da es zu wichtig ist, um es zu ignorieren."
Der kroatische Forscher Daniel Djurek will die sensationelle Mischung bereits in den 80er Jahren gefunden haben, konnte aber die exakte Zusammensetzung nicht bestimmen. Erst nach den Wirren des letzten Balkan-Krieges nahm er seine Forschungen wieder auf, so dass er nun die Ergebnisse vollständig präsentieren konnte.
Nun warten weltweit viele Wissenschaftler darauf, dass Djurek ihnen Proben des neuen Supraleiters schickt. Dann könnten sie vollkommen unabhängig die kroatischen Ergebnisse bestätigen oder als Wissenschafts-Ente entlarven. Laut Aussage von Djurek will er in den nächsten Wochen soweit sein, diese Proben zu verschicken.
Jan Oliver Löfken

















