Schnee aus der Wüste
Sahara-Staub bringt Niederschläge in der Türkei
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Was haben Regen und Schnee in der Türkei und Staub aus der Sahara gemeinsam? Auf den ersten Blick sicher nicht viel. Aber türkische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Sahara-Staub in der Türkei für Niederschläge sorgen kann.
In einem Interview mit Radio Netherlands teilten Cemal Saydam und Gurcan Oraltay von TÜBI-TAK, eine der wichtigsten türkischen Forschungseinrichtungen, die Ergebnisse ihrer Untersuchungen mit. "Es stellte sich heraus, dass wenn Sahara-Staub vorhanden war, mehr Schnee fiel", sagte Saydam. "Wenn die Wolken über das Mittelmeer ziehen, nehmen sie eine Menge Feuchtigkeit auf. Der Staub sorgt dann für den Niederschlag."
Durch ihre Untersuchungen wissen die Forscher, wie viel Staub sie brauchen, wie groß die Partikel sein müssen und welche Temperatur- und Wasserdampfverhältnisse nötig sind, um künstlich Niederschläge zu erzeugen. "Wir arbeiten nun an einem Projekt mit Sahara-Staub, um künstliche Wolken im Süd-Osten der Türkei zu säen." Oraltay und Saydam sind zuversichtlich, dass sie mit Hilfe des Staubes aus der Sahara Regen schaffen können: "Alles, was man braucht, ist ein kleines Flugzeug. Satellitenbilder zeigen uns, wo wir hinfliegen müssen, um unsere Wolken zu sähen. Den Rest erledigt die Natur."
In einer Kältekammer prüfte Gurcan Oraltay, wie aus dem Zusammenspiel von Staub und Wassertropfen Schneekristalle werden. Prinzipiell kann jede Art von Staub zu einer Formation von Eiskristallen in den Wolken und somit schließlich zu Niederschlag führen. Aber der Sahara-Staub eignet sich besonders gut dafür. "Wenn wir Sahara-Staub benutzen, wachsen die Eiskristalle um 50 Prozent schneller als mit normalem Staub", erklärt Oraltay. "Außerdem sind sie viermal größer." Das führt zu größeren Niederschlagsmengen. Die Forscher vermuten, dass sich der Sahara-Staub wegen seiner Zusammensetzung und seines Eisenanteils besonders gut für die Kristallbildung eignet.
Cornelia Pfaff

















