Ausgestorbene Vögel geben Auskunft über die Geschichte der Kontinente
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Die DNA ausgestorbener Vögel wirft ein neues Licht auf die Entstehung der Kontinente auf der südlichen Erdhalbkugel. Zu dieser Schlußfolgerung kommen Alan Cooper von der Oxford University und sein Team aufgrund genetischer Untersuchungen, deren Ergebnisse sie in der jüngsten Ausgabe von Nature vorstellen (Nature, Bd. 409. S. 704-707).
Die Forschungsergebnisse der Wissenschaftler haben dabei nicht nur Bedeutung für die Rekonstruktion des Auseinanderbrechens des riesigen Superkontinents Gondwana, der vor etwa 200 Millionen Jahren existierte, sie sind auch bedeutsam für das mögliche Klonen ausgestorbener Spezies. Nach Ansicht der Forscher ist es nämlich aufgrund technischer Probleme bei der Isolierung der Erbsubstanz nicht möglich, diese wieder zum Leben zu erwecken.
Für ihre Untersuchungen nutzten Cooper und sein Team zerstampfte Knochen des Moa - eines vor etwa 200 Jahren vom Menschen ausgerotteten, flugunfähigen Riesenvogels auf Neuseeland. Daraus extrahierten sie Mitochondrien-DNA, ein gängiges Werkzeug zur Bestimmung von Evolutionsverläufen. Diese Substanz mutiert mit einer konstanten Rate, so dass es als eine Art molekulare Uhr benutzt werden kann. Zum Vergleich wurde die gleiche DNA von anderen, dem einstmals auf Madagaskar beheimateten Elefantenvogel und dem noch heute lebenden Emu,
untersucht. Durch Vergleiche war es den Wissenschaftlern nun möglich, die gemeinsame Herkunft der Vögel und auch den Zeitpunkt zu bestimmen, ab dem sich ihre Evolutionslinien trennten und separate Wege zu unterschiedlichen Arten einschlugen.
Aufgrund von Fossilfunden weiß man, dass flugunfähige Vögel ein wesentliches Faunenelement auf dem ehemaligen Superkontinent Gondwana gewesen sein müssen. Da sie sich nach dem Auseinanderbrechen dieser Landmasse auf den verschiedenen Kontinenten isoliert voneinander entwickelten, stellen sie somit wichtige Indikatoren für das Timing dieses Zerfallsprozesses dar.
Für Neuseeland, so Cooper, konnte nachgewiesen werden, dass die Insel einstmals
in zwei Teile zerfiel, die sich später wieder vereinigten.
Die von Cooper und seinen Kollegen untersuchte DNA-Sequenz umfasst 17.000 Basenpaare und ist damit die längste, die jemals von einer ausgestorbenen Art isoliert wurde. Das Hauptproblem besteht nach Ansicht des Wissenschaftlers darin, dass die DNA zumeist außerordentlich schlecht erhalten ist und zusammenhängende Basenpaare sehr selten sind. Aus diesem Grund hält es Cooper auch für undenkbar, ausgestorbene Lebewesen - wie zum Beispiel Dinosaurier - zu klonen. Außerdem käme noch ein weiteres Problem hinzu, so der Wissenschaftler: Ungeachtet der technischen Probleme gibt es heute weder die nötigen Lebensräume und eine Nahrungsgrundlage, noch Elterntiere, die ihrem Nachwuchs das überlebenswichtige, arttypische Verhalten beibringen könnten.
Olaf Elicki

















