Viele Theorien um den Stern von Bethlehem
Jupiter als Königsstern?
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Astronomen erstellen seit Jahrhunderten neue Theorien um den Weihnachtsstern, der die drei Könige nach Bethlehem geführt haben soll. Bereits im Jahr 1604 beobachtete Johannes Kepler das Aufflammen eines sehr hellen Lichtpunktes am Himmel und führte dies auf ein Zusammentreffen der Planeten Jupiter und Mars zurück. Die seltene Aufreihung von Planeten auf einer Geraden hintereinander, erscheint am Himmel wie das Aufflammen eines hellen Sterns. Dies geschah nachweislich im Sternbild der Fische auch im Jahre 7 v. Chr. und galt unter den Astronomen lange Zeit als plausibelste Erklärung für den Stern der Weisen.
Damals spielten derartige Planetenkonstellationen zudem eine große symbolische Rolle. Jupiter galt als Königsstern, Saturn als Schutzpatron Israels und das Sternbild Fische war dem "Westland" zugeordnet. Es wäre also nachzuvollziehen, wenn die Sterndeuter aus dem Osten nach Westen gezogen wären, um nach dem prophezeiten Messias zu suchen.
Als Komet interpretiert wurde der Weihnachtsstern in vielen Gemälden mit Schweif festgehalten. Astronomen am Washingtoner Marineobservatorium haben mit einer Computeranalyse herausgefunden, dass der berühmte Halleyschen Komet um 11 v. Chr. über Bethlehem stand. Diese Annahme ist jedoch höchst unwahrscheinlich. Kometen galten in der Antike als Unheilsbringer und Vorboten von Tod und Krieg. Auch deckt sich diese Theorie nicht mit dem biblischen Text, der besagt, dass der Stern über Bethlehem still stand.
Auch der bisher dritte Erklärungsansatz der Astronomen, es handele sich um eine Supernova, ist nicht bewiesen. Eine Supernova, das sehr helle Zusammenbrechen eines Sterns, können Astronomen am Himmel der damaligen Zeit nicht nachweisen.
Michael Molnar, amerikanischer Physiker und Computerexperte an der Rutgers Universität in New Jersey, hat eine neue Hypothese zum Stern von Bethlehem entwickelt. Darüber berichtet das Magazin "bild der wissenschaft" in seiner Dezemberausgabe. Nach Molnar wurden die Weisen aus dem Morgenland nicht von einem hellen Stern nach Bethlehem geführt, sondern von einer bestimmten Planeten-Konstellation. Nach Ansicht von Molnar standen am 17. April 6 v. Chr. um 8.26 Uhr die Planeten Jupiter, Saturn, Mars, Merkur und Venus in einer Reihe im Zeichen des Widders, dem Sternbild Judäas. Zudem zog die Sichel des zunehmenden Mondes vor dem Jupiter vorbei. Das sei ein deutlicher Hinweis auf den Messias.
Denn Molnar hat zugleich das Buch des griechischen Astronomen Ptolemäus namens "Tetrabiblos" studiert, das die himmlischen Zeichen für die Geburt eines Königs beschreibt: Jupiter als König der Planeten war nach Ptolemäus ein günstiges Zeichen. Tritt Saturn hinzu, kommen edle und gute Menschen zur Welt. Daneben standen Mars als Zeichen für einen kräftigen und streitbaren Menschen, Merkur für einen frommen und philosophischen. Treten zur Venus, als Zeichen für die, die Gott lieben, auch noch Sonne und Mond hinzu, "so werden die, welche erzeugt werden, Könige sein."
Für die Sterndeuter der damaligen Zeit soll diese Himmelskonstellation ein untrügliches Zeichen für die Geburt des prophezeiten Messias gewesen sein, berichtet Molnar. Dabei sei das Schauspiel zwar nicht am Tageshimmel zu beobachten, den Himmelskundigen dennoch bekannt gewesen. Bereits vor 1911 vertrat der Haller Theologe Heinrich Voigt die gleiche These. Er wusste jedoch nichts von der Mondbedeckung des Jupiters und ermittelte daher die Empfängnis von Jesus für den 14. April 6 v.Chr., seinen Geburtstag daher auf Anfang Januar des Jahres 5 v. Chr.. Nach den Hypothesen von Molnar und Voigt folgten die drei Weisen im Matthäus-Evangelium keinem Stern sondern einer Planetenkonstellation und seiner Symbolik. Nach dieser Hypothese haben wir das Jahr 2000 rund sechs Jahre zu spät gefeiert.
Heike Sander (dpa)

















