Saugnapf - Die Chamäleonszunge hält ganze Vögel fest
Mit Hochgeschwindigkeits-Videoaufnahmen enträtselten Wissenschaftler den Zungenwurf
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Chamäleons schleudern ihre Zunge gegen kleine Beutetiere wie Insekten, aber auch größere Opfer wie Vögel und Eidechsen bleiben an der Zungenspitze haften. Warum sich Vögel und Eidechsen, die immerhin zehn Prozent des Körpergewichts des Chamäleons ausmachen, nicht von der Zunge losreißen können, haben jetzt Anthony Herrel und seine Kollegen von der University of Antwerpen herausgefunden. Die blitzschnelle Chamäleons-Zunge bildet kurz vor dem Aufprall einen Saugnapf: Wie ein Spielzeugpfeil bleibt die Zunge an der Beute haften.
Da ein Chamäleon seine Zunge blitzartig hervorschnellt und die Bewegung mit dem menschlichen Auge nicht wahrnehmbar ist, war der genaue Fangmechanismus des Chamäleons unbekannt. Biologen nahmen an, dass ein Chamäleon seine Beute allein durch die raue, klebrige Oberfläche der Zunge festhält. Damit ließen sich aber größere Tiere nicht halten.
Mit Hochgeschwindigkeits-Videoaufnahmen haben die Antwerper-Biologen den Zungenwurf nun untersucht: Während das Chamäleon seine Zunge hervorschnellt, formt die Zungenspitze eine Kugel. Kurz bevor sie auf das Opfer auftrifft, ziehen sich zwei Muskeln in der Zunge zusammen und die Zungenspitze bildet einen Saugnapf.
Dass dieser Saugmechanismus für den Beutefang entscheidend ist, zeigten die Wissenschaftler, indem sie die Nerven durchtrennten, die die kontrahierenden Muskeln kontrollieren: Die Chamäleons machten keine Beute mehr.
Ralf Möller und Nature

















