Kanak Sprak als Ausdruck sozialer Identität
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MANNHEIM - Warum wechseln Deutsch-Türken oder andere in Deutschland geborenen Nachkommen von Einwanderern untereinander oft zwischen zwei Sprachen hin und her, was hat es mit "Kanak Sprak" auf sich, warum ist dieses Ausdrucksmittel entstanden? - Mit solchen Fragen beschäftigt sich ein Projekt an der Universität Mannheim, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit zwei Millionen Mark unterstützt wird.
"Auch wenn wir nur eine Sprache sprechen, können wir doch zwischen verschiedenen Sprachlagen und Stilen, zwischen Dialekt- und Hochsprache hin- und herwechseln. Dieses Phänomen bezeichnet man als 'Sprachvariation'", erklärt http://www.split.uni-mannheim.de/Slavistik/gvozdanovic.htm " target="screen">Jadranka Gvozdanovic. "Dies geschieht in der Regel, ohne dass wir diesen Sprachwechsel so richtig zur Kenntnis nehmen."
Auch Mehrsprachler wie etwa die Deutsch-Türken variieren ihre Sprachlagen. Da sie aber zwei oder mehr Sprachen sprechen, können sie, zumindest unter sich, auch zwischen ganz verschiedenen Sprachen wie Türkisch und Deutsch hin- und herspringen. Sie tun dies weniger, weil ihnen für bestimmte Themen in der einen Sprache die Worte fehlen oder weil sie in der U-Bahn über die Mitmenschen lästern wollen, sondern um sich als Angehörige einer bestimmten Gruppe zu definieren. Eine besondere Bedeutung kommt hier dem sogenannten "Kanak Sprak" zu, einer Sprachvariante, die mit Elementen von reduziertem Deutsch und anderen Formen deutsch-türkischer Sprachmischung durchsetzt ist. "Die Abweichungen vom deutschen Standard und die Sprachmischung werden als Identitätssymbol kultiviert und drücken soziale Identität 'zwischen den Kulturen' aus", erläutert Werner Kallmeyer, Professor an der Universität Mannheim und Sprecher der Forschergruppe.
Drei der sechs Teilprojekte beschäftigen sich mit dem Sprachverhalten von türkischen, italienischen und kroatischen Jugendlichen und Erwachsenen. Aber auch deutsche Einwanderer in den USA sind Gegenstand der linguistischen Untersuchungen. Ein weiteres Projekt befasst sich mit der Entwicklung und Verbreitung von Sprachmustern und Stilen, wie sie musikbezogenen Jugendkulturen der HipHop-Kultur anzutreffen sind. Das sechste Teilprojekt schließlich befasst sich mit den innerbetrieblichen Kommunikationsprozessen in deutschen, französischen und spanischen Betrieben.
Doris Marszk

















