Gletschermann "Ötzis" letzte Mahlzeiten: Steinbock und Rotwild
Forscher analysieren die Darminhalte des Steinzeitmannes
Italienische Forscher haben "Ötzis" letzte Mahlzeiten herausgefunden: Der Gletschermann hatte vor seinem Tod am Hauslabjoch in Südtirol vor mehr als 5000 Jahren Steinbock, Rotwild und Getreide gegessen, schreiben die Anthropologen in der Fachzeitschrift "Proceedings" der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (Artikel #1845).
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Die Forscher um Franco Rollo von der Universität Camerino rekonstruieren die letzte Reise des steinzeitlichen Mannes so: Kurz vor seinem Tod wanderte Ötzi durch einen Nadelwald in mittlerer Höhe. Dort aß er eine Mahlzeit aus Getreide, Pflanzen und Steinbockfleisch. Er setzte seine Reise fort und stieg weiter in felsigen Höhen bis auf etwa 3200 Meter, wo er starb – nicht ohne ein weiteres Mahl aus Rotwildfleisch und möglicherweise Getreide zu sich genommen zu haben.
Das Team hatte das Erbgut der Darminhalte des Gletschermannes analysiert und die DNA von Nadelbäumen, Getreide, Steinbock und Rotwild gefunden. Die Überreste von Nadelbäumen stammen wahrscheinlich von Pollen, die Ötzi aufnahm, als er durch den steinzeitlichen Nadelwald wanderte.
Der Speiseplan des Gletschermannes lege nahe, dass er ein Jäger war, sagen die Forscher. Die Anthropologen vermuten, dass er nicht das Opfer eines Ritualmordes wurde, sondern vielmehr von rivalisierenden Großwildjägern umgebracht wurde. Dass in Ötzis linker Schulter eine Pfeilspitze steckt, würde diese Theorie noch bestätigen. Schon in der Steinzeit haben Jäger versucht, ihre Beute mit einem Blattschuss in die linke Brust auf einen Schlag niederzustrecken.
ddp/bdw - Cornelia Pfaff

















