Pulsierende Staubwolke gibt Astronomen Rätsel auf
Molekulare Wolke schlägt wie ein Herz
Die aus kaltem Staub und Gas bestehende Wolke Barnard 68 pulsiert wie ein schlagendes Herz. Diese überraschende Entdeckung machten Astronomen um Charles Lada vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics mit dem Iram-Radioteleskop der Europäischen Südsternwarte in Spanien.
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Molekulare Wolken wie Barnard 68 gelten als Fabriken für neue Sterne. Dazu müssen sich solche Wolken, die mit einer Temperatur von wenigen Grad über dem absoluten Nullpunkt zu den kältesten Objekten im Universum gehören, allerdings zusammenziehen. Lada und seine Kollegen wollten herausfinden, ob die 300 Lichtjahre entfernte Wolke Barnard 68 sich zusammenzieht, ausdehnt oder rotiert.
Die Forscher stellten jedoch fest, dass sich an einigen Stellen Material nach außen bewegt, an anderen nach innen. Die einzig mögliche Erklärung für diese Beobachtung: Die äußeren Schichten der Wolke wabern hin und her wie eine Schüssel voll Wackelpudding. Wie die Forscher im Astrophysical Journal (Ausgabe vom 20. März) schreiben, hat wahrscheinlich die Explosionswolke einer Supernova diese ungewöhnliche Bewegung verursacht.
Die Wolke, die einen 300-mal so großen Durchmesser hat wie die Plutobahn, pulsiert allerdings unglaublich langsam: Ein "Schlag" dauert etwa 250.000 Jahre.
Barnard 68 ist die erste molekulare Wolke mit einem Herzschlag. Während solche rhythmischen Bewegungen für Sterne nichts ungewöhnliches sind, hat man sie bei molekularen Wolken bislang noch nicht entdeckt. Lada und Kollegen wollen jetzt ähnliche, nahe gelegene Wolken unter die Lupe nehmen, um herauszufinden, ob auch in ihnen ein kaltes Herz schlägt.
Ute Kehse



















