US-Studie: Kinder nehmen keinen Schaden, wenn Mütter arbeiten gehen
Wissenschaftler untersuchen Folgen umstrittener Gesetzgebung für Sozialhilfeempfänger
Kinder erleiden nicht generell einen psychischen Schaden und fallen nicht in ihrer Entwicklung zurück, wenn ihre Mütter wieder arbeiten gehen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine amerikanische Studie an rund 2.400 Familien mit niedrigem Einkommen, über die Wissenschaftler im Fachmagazin Science (Band 299, Seite 1548) berichten.
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1996 wurden in den USA Gesetze erlassen, die immer mehr Mütter zur Arbeit zwingen, da Sozialhilfe nur noch bedingt gewährt wird. Betroffen sind vor allem allein erziehende Mütter. Bei der Einführung dieser umstrittenen Gesetze fürchteten viele, dass gerade die Kinder unter den neuen Regelungen zu leiden hätten. Lindsay Chase-Lansdale von der Universität in Evanston und ihre Kollegen widersprechen jedoch diesen Befürchtungen und weisen sogar einen leicht positiven Effekt auf die Kinder nach.
Die Psychologen und Sozialwissenschaftler untersuchten Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren oder von zehn bis vierzehn Jahren in Familien aus Boston, Chicago und San Antonio: Bei der ersten Befragung war die Mutter noch ohne Arbeit, bei der zweiten – 16 Monate später – hatte sie zwangsweise eine Arbeitsstelle angetreten. Im Interview beurteilten die Forscher, wie gut das Kind lesen und rechnen kann und führten einen psychologischen Test durch, der die seelische Verfassung und Verhaltensstörungen der Kinder aufdecken sollte. Dabei konnten sie im Gegensatz zu anderen Studien im Durchschnitt keine Verschlechterung feststellen.
Entgegen den Vermutungen verbrachten die Mütter fast genau so viel Zeit mit ihren Kindern wie vorher. Um Zeit für ihre Kinder zu haben, strichen sie persönliche oder soziale Aktivitäten aus ihrem Terminkalender.
ddp/bdw – Birgit Schätz

















