Indische Forscher wollen Ölpest mit Fett bekämpfen
Neue Methode zur Härtung von Öl verspricht auch gesündere Lebensmittel
Indische Biochemiker haben einen neuen Weg gefunden, um aus Öl gehärtetes Fett herzustellen. Dabei werden dem Öl einfach bestimmte gesättigte Fette zugesetzt. Mit dieser Erkenntnis könnten nicht nur gesündere Lebensmittel hergestellt werden, sondern sogar Ölunfälle einfacher bekämpft werden, berichtet der Online-Dienst des Fachmagazins "Science".
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Die Biochemiker Ram Rajasekharan und Jayanth Daniel vom Indischen Forschungsinstitut in Bangalore entwickelten ihr Verfahren bei Experimenten mit den fetthaltigen Beeren des indischen Baums Garcinia indica. Sie mischten einen Teil des Beerenfettes mit fünf Teilen Sonnenblumenöl. Innerhalb von zwölf Stunden gelierte die Mischung bei Raumtemperatur von selbst. Den gleichen Versuch führten die Forscher mit verschiedenen anderen gesättigten Fetten durch, die zwischen 10 und 31 Kohlenstoffatome hatten. Hier konnten sie denselben Effekt beobachten. Die Forscher stellten fest, dass die Mischung umso besser gelierte, je kurzkettiger die Moleküle waren.
Die Wissenschaftler erprobten ihre Mischmethode auch bei Rohöl, Kerosin und Diesel. Im Falle eines Tankerunglücks müssten theoretisch nur Fettsäuren in das Öl eingemischt werden, um es zu binden und die Ausbreitung eines Ölteppichs zu verhindern, sagen die Forscher.
Bislang werden in der Industrie Fette noch mit einem Hydrierung genannten Verfahren gehärtet. Diesen kostspieligen Vorgang setzt die Industrie zum Beispiel bei der Herstellung von Butter- oder Käseersatz aus pflanzlichen Ölen ein. Als Produkte entstehen neben den gewollten gesättigten Fettsäuren allerdings auch ungesunde gesättigte Fette. Mit der neuen Methode könnten aus pflanzlichen Ölen billig Fette hergestellt werden, ohne dabei ungewollte Nebenprodukte zu erzeugen.
ddp/bdw - Birgit Schätz

















