Crab-Neutronenstern sendet extrem kurze Radiopulse aus
Exotische Theorie kann die Signale erklären
Auf der Suche nach einer Erklärung für die rätselhaften Radiosignale, die manche Neutronensterne aussenden, sind amerikanische Forscher einen guten Schritt weiter gekommen. Einige der rhythmischen Signale, die der Pulsar im Innern des Crab-Nebels 33-mal pro Sekunde aussendet, bestehen aus extrem kurzen Unterpulsen, berichten die Astronomen im Fachmagazin Nature (Bd. 422, S. 141).
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Die Unter-Signale besonders starker Pulse dauern nur etwa zwei Milliardstel Sekunden, fanden die Forscher um Tim Hankins vom New Mexico Institute of Mining and Technology mit Hilfe des 300-Meter-Radioteleskops in Arecibo heraus. Daraus schließen sie, dass die Region, in der diese Signale erzeugt werden, nur etwa 60 Zentimeter groß ist - das ist die Strecke, die Licht in zwei Nanosekunden zurücklegt.
"Es gibt nur einen Mechanismus, der so kurze Pulse erklären kann", sagt Co-Autorin Jean Eilek. Die Radiowellen werden Eilek zufolge erzeugt, wenn Dichtewellen im Plasma mit ihrem eigenen elektromagnetischen Feld wechselwirken, so dass sie immer dichter werden, bis sie schließlich explosiv kollabieren und dabei extrem starke Radiopulse freisetzen. "Nur weil wir das Signal des Crab-Pulsars in extrem kleine Zeitabschnitte unterteilen konnten, ist es uns gelungen, etwas über den Entstehungsmechanismus herauszufinden", sagt Eilek.
Pulsare sind superdichte Neutronensterne, die sich mehrmals pro Sekunde um sich selbst drehen und dabei ähnlich wie ein Leuchtturm gebündelte Strahlen aus Licht und Radiowellen ins Weltall senden. In der Magnetosphäre der Pulsare, so nehmen Astronomen an, existiert die Materie in Form eines hoch ionisierten Gases, als so genanntes Plasma.
Der Crab-Pulsar entstand 1054 bei einer Supernova-Explosion, die auf der Erde mehrere Wochen lang tagsüber zusehen war. Die Explosionswolke wurde 1731 entdeckt, der Pulsar 1968.
Ute Kehse

















