Beim Diebstahl nehmen Krähen Rücksicht auf Verwandte
Nicht verwandte Artgenossen werden dagegen heftig attackiert
Auch Krähen haben offenbar Respekt vor der Familie: Ihren Verwandten rücken die Vögel beim Diebstahl von Futter weit weniger aggressiv zu Leibe als nicht verwandten Artgenossen. Zwar bestehlen sie auch ihre Familienmitglieder, doch sie wechseln dabei die Strategie, haben amerikanische Wissenschaftler bei einer nordamerikanischen Krähenart beobachtet. Über ihre Ergebnisse berichten sie im Fachmagazin Bird Behaviour (Bd. 15, S. 64).
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Unter vielen Krähen ist es üblich, sich gegenseitig Futter zu klauen. Doch dabei verhalten sich Sundkrähen (Corvus caurinus) bei Verwandten viel passiver, wie Renee Robinette Ha von der Universität Washington und ihre Kollegen in zweieinhalbjährigen Beobachtungen der Vögel feststellten. Die Tiere gehen oder schleichen in die Nähe eines Familienangehörigen, der gerade Futter hat, und hoffen, dass der andere ihnen den Happen überlässt. Bei anderen Artgenossen gehen sehr viel aggressiver vor: Sie fliegen ihr Opfer an, landen beinahe auf ihm, schreien es an und versuchen, ihm den Leckerbissen zu entreißen.
Die Beobachtungen zeigen, dass die Vögel Verwandte von Nicht-Verwandten unterscheiden können und sich ihnen gegenüber auch anders verhalten. Diese Fähigkeit ist weitaus komplexer als nur zu erkennen, welche Artgenossen in der gleichen Gruppe leben, sagt Renee Ha. Dies sei wohl das erste Mal, dass ein solches Verhaltensmuster bei Vögeln beobachtet wurde.
ddp/bdw - Cornelia Pfaff

















