Erst nach der Erwärmung kam der Kohlendioxidanstieg
Ablauf der Ereignisse am Ende der Eiszeit vor 240.000 Jahren aufgeklärt
Nicht der Treibhauseffekt, sondern die Sonne weckte die Erde am Ende der Eiszeiten aus dem Winterschlaf. Das berichten französische Forscher im Fachmagazin Science (Bd. 299, S. 1728).
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Die Forscher um Nicolas Caillon vom Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement im französischen Gif sur Yvette untersuchten Luftblasen aus einem Eiskern in der Nähe der russischen Antarktis-Station Wostok mit einer neuen Methode, um die zeitliche Abfolge der Ereignisse am Ende der Eiszeit vor 240.000 Jahren zu ergründen. Bislang war bekannt, dass der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre und die Temperatur in der Vergangenheit ungefähr gleichzeitig anstiegen und abfielen.
Da die Daten über das Kohlendioxid aus den Luftbläschen stammten und die Temperatur aus Sauerstoff-Isotopen im Eis berechnet wurde, ließ sich nicht genau sagen, welche der beiden Größen am Ende einer Eiszeit zuerst zunahm. Damit blieb auch unklar, welche Ursache die Erwärmungen hatten.
Caillon und Kollegen gelang es jetzt, auch die Temperaturdaten mit Hilfe der Luftbläschen zu ermitteln. Sie fanden heraus, dass die Antarktis sich schon etwa 800 Jahre lang erwärmt hatte, bevor das CO2 anzusteigen begann. Sie schließen daraus, dass Änderungen der Sonneneinstrahlung die Erwärmung einleiteten, woraufhin das Kohlendioxid ebenfalls zunahm. Sie vermuten, dass das Treibhausgas vom Südpolarmeer freigesetzt wurde. Es verstärkte den Treibhauseffekt und trug in den folgenden Jahrtausenden zur Aufhheizung der Erde bei. Erst später erreichte die Erwärmung auch die Nordhalbkugel.
Die Forscher warnen, dass bei der derzeitigen Klimaveränderung ähnliche Rückkoppelungen am Werk sein könnten. Durch den Temperaturanstieg könnte vermehrt Kohlendioxid aus den Ozeanen ausgasen und die Erwärmung weiter vorantreiben.
Ute Kehse


















