Wassernot trug zum Untergang der Mayakultur bei
Forscher finden genauen zeitlichen Zusammenhang zwischen Dürreperioden und dem Verschwinden der Maya
Beim Untergang der Mayakultur haben wahrscheinlich drei extreme Dürreperioden eine entscheidende Rolle gespielt. Durch genaue Datierung konnten Forscher aus den USA und der Schweiz erstmals einen genauen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Untergang der Maya und den Dürrezeiten finden. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Fachmagazin Science (Bd. 299, S.17).
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Für eine präzise Zeiteinordnung untersuchten Gerald Haug von der ETH Zürich und seine Kollegen Bohrkerne aus dem Sediment des Cariaco-Beckens im Norden Venezuelas. Die unberührten Sedimente des Beckens bilden Schichten – abhängig davon, wieviel Wasser aus den Flüssen in das Becken gelangte. Je nach eingeflossener Wassermenge enthalten die Schichten verschiedene Mengen des Metalls Titan. So konnten die Forscher anhand der Titanmenge herausfinden, welches Jahr besonders trocken oder regenreich war. Die Wissenschaftler untersuchten das Becken in Venezuela, da es ähnlichen Klimaschwankungen unterlag wie die mexikanische Halbinsel Yucatan, auf der die Maya lebten.
Auf diese Weise konnten sie drei Dürreperioden datieren, die bis zu zehn Jahre andauerten. Passend zu den archäologischen Daten, die drei Phasen des Zusammenbruchs der Maya aufzeigen, datierten die Forscher die Dürreperioden auf 810, 860 und 910 nach Christus. Diese Ergebnisse unterstützen die Theorie, dass Dürreperionen beim Untergang der Mayakultur eine wichtige Rolle spielten.
Die Zivilisation der Maya entwickelte sich zeitweise in extremer Trockenheit. Um genügend zu essen zu haben, waren sie von regelmäßigen Regenfällen abhängig. Die Sommer waren normalerweise regenreich, die Winter trocken. Für die regenarmen Zeiten hatten die Maya in ihren Siedlungen Wasserspeicher angelegt. Außerdem nutzten sie Gefälle aus, um das herablaufende Wasser über ein Kanalsystem zu verteilen. Doch diese Einrichtungen nützten ihnen wahrscheinlich während der jahrelangen Dürreperioden nicht mehr.
Um 750 nach Christus lebten nach Schätzungen der Archäologen drei bis dreizehn Millionen Maya. Zwischen 750 und 950 nach Christus verließen sie ihre dicht besiedelten Städte. Die so genannte Klassische Mayakultur fand hier ihr mysteriöses Ende.
ddp/bdw – Birgit Schätz

















