Raupen täuschen ihre Feinde mit falscher Kotspur
Exkremente fliegen bis zum 150 Zentimeter weit
Die amerikanische Raupe Epagyreus Clarrus hat eine besondere Methode entwickelt, um ihre Feinde zu täuschen. Um keine verräterischen Duftnoten zu hinterlassen, schießt sie ihren Kot in eine sichere Entfernung, berichtet der Online-Dienst des Fachmagazins "Science".
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Die Biologin Martha Weiss von der Georgetown-Universität in Washington entdeckte das Verhalten der Tiere zufällig, als ein Schuhkarton, in dem sie die Raupen gesammelt hatte, merkwürdige Klopfgeräusche von sich gab. Sie fand, dass die Geräusche von fliegenden Kotteilen stammten, die die Raupen von einer Art Rampe an ihrem Hinterteil abgeschossen hatten und die dann gegen die Kartonwand schlugen.
Die Energie für derartige Würfe brachten die Tiere auf, indem sie kurzzeitig den Blutdruck in dem entsprechenden Körperteil erhöhten und den Kot mit Wucht herauspressten, berichtet die Forscherin. Je älter die untersuchten Raupen waren, um so besser beherrschten die Tiere diese Technik offenbar. Ein besonders sportliches Tier warf seinen Kot sogar über 1,5 Meter weit.
Zunächst vermutete die Biologin, die Raupen würde auf diese Weise ihre Heimstätte sauber halten. Bei entsprechenden Versuchen im Labor fühlten sich die Tiere jedoch auch in Nestern mit einem Kothaufen wohl und blieben zudem wohlauf.
Den Sinn der Kotschüsse erkannte die Forscherin erst, als sie die Tiere mit einer Wespe konfrontierte, die eine Vorliebe für die Raupen besaß. In dem Experiment fand die Wespe innerhalb von fünf Minuten 14 von 17 Raupen, die in einem kotbeschmierten Nest lebten, und fraß sie sofort auf. Diejenigen Raupen jedoch, die ihren Kot säuberlich davongeschossen hatten, übersah das Raubinsekt. Offenbar erkannte die Wespe ihre Beute vor allem am Geruch der Fäkalien.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek

















