Postkarte ins All
Wissenschaftler und Künstler wollen Außerirdischen das Konzept und die Grenzen der Selbstlosigkeit vermitteln
Eine Gruppe von zwanzig Wissenschaftlern, Künstlern und Philosophen hat auf einem Symposium des SETI-Instituts in Paris das Wesen und die Grenzen der menschlichen Selbstlosigkeit diskutiert. Hintergrund des Treffens war die Frage, ob ein derart abstraktes Konzept mit relativ einfachen Mitteln einer außerirdischen, intelligenten Lebensform vermittelbar ist. Eine baldige Sendung einer derartigen Botschaft in das Universum ist allerdings nicht geplant.
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Das im kalifornischen Mountain View beheimatete SETI-Institut (Search of Extraterrestrial Intelligence) hatte bereits im vergangenen Jahr einen ähnlichen Workshop durchgeführt, bei dem die Grundlagen unseres Gefühls für das Schöne – die Ästhetik – diskutiert worden waren. Auf der soeben in Paris zu Ende gegangenen Tagung stand nun ein ebenso schwieriges Konzept – die menschliche Selbstlosigkeit – auf dem Programm.
Dem am SETI-Institut beschäftigten Psychologen Douglas Vakoch nach standen bei den Diskussionen zumeist kritische Fragen im Mittelpunkt. Anhand von Beispielen versuchten die Teilnehmer, "wirkliche" von "falscher" Selbstlosigkeit zu unterscheiden. Dabei wurden zahlreiche Verhaltensstudien über Tiere und Menschen angeführt, die aufzeigen, dass auf den ersten Blick uneigennützige Taten oft von Egoismus geprägt sind – um so etwa Verwandten oder Nachkommen einen evolutionären Vorteil zu verschaffen.
"Frühere Versuche, mit Außerirdischen zu kommunizieren, haben nur die positiven Eigenschaften der menschlichen Rasse vermittelt", so Vakoch in Anspielung auf die an dem Voyager-Satelliten angebrachte Plakette. "Wir wollen hingegen eine schmerzliche Diskussion darüber in Gang setzen, wie die gesamte Breite der menschlichen Erfahrungen vermittelbar ist".
Eine derartige Botschaft müsste auf knappem Raum und am besten mit abstrakten Hilfsmitteln der Mathematik codiert sein. Dies könnte etwa in Form eines Bildes geschehen – einer Postkarte ins All.
Stefan Maier

















