Muskeln aus Metall
Wissenschaftler können durch elektrische Spannung die Ausmaße von Metall verändern
Auch Metalle können sich ausdehnen oder zusammenziehen, wenn eine elektrische Spannung angelegt wird. Das konnte ein deutsch-österreichisches Wissenschaftlerteam zum ersten Mal zeigen. Möglicherweise könnten diese Erkenntnisse bei der Herstellung von "Muskeln" in Robotern eine praktische Anwendung finden. Veröffentlicht wurden diese Ergebnisse im Fachmagazin "Science" (Ausg. 300, S. 312).
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Die Forscher um Jörg Weissmüller am Institut für Nanotechnologie in Karlsruhe haben einen Metallkörper entwickelt, der durch elektrische Ladung deutlich seine Ausmaße verändert. Er besteht aus einem kontinuierlichen Netzwerk aus speziellen Platin-Nanopartikeln, die von einer Elektrolytlösung umspült sind. Besonders an diesem Körper ist die durch die feinen Metallpartikel ungewöhnlich große Metalloberfläche. Die Volumenveränderung beim Ausdehnen oder Zusammenziehen des Metalls reichte dabei aus, um mechanische Arbeit zu leisten. Auf diese Weise konnte also elektrische Energie direkt in mechanische Energie umgewandelt werden.
Ray Baughman von der University of Texas (USA) beschreibt in "Science" mögliche Anwendungen dieser Neuentwicklung. So lassen sich vielleicht Roboter konstruieren, die neben "Knochen" und "Haut" auch "Muskeln" aus Metall enthalten. Diese könnten dann direkt durch einen elektrischen Impuls zur Bewegung angeregt werden.
ddp/bdw – Stefanie Offermann

















