Blackouts können Trinker in einen Teufelskreis bringen
Gedächtnislücken werden mit vermeintlichen positiven Erinnerungen gefüllt
Eine bestimmte Form von Blackouts nach übermäßigen Alkoholgenuss kann die Betroffenen in einen Teufelskreis bringen: Kommen die Gedächtnisverluste nur bruchstückhaft und nicht über einen geschlossen Zeitraum vor, neigen die Personen dazu, die Erinnerungslücken mit falschen, überaus positiven Erfahrungen zu füllen. Das weckt in ihnen auch stark positive Erwartungen für künftigen Alkoholkonsum, was zu noch stärkerem Trinken führen kann, warnen amerikanische Psychologen in der Fachzeitschrift "Alcoholism: Clinical & Experimental Research " (Aprilausgabe).
ANZEIGE
Für ihre Studie hatten Bryan Hartzler und Kim Fromme von der Universität von Texas in Austin und ihre Kollegen mehr als hundert Studenten untersucht, die nach eigenen Angaben regelmäßig an wöchentlichen Besäufnissen teilnahmen. Die Wissenschaftler unterschieden zwischen Probanden, die im vergangenen Jahr bruchstückhafte Blackouts gehabt hatten und Studenten, die keine derartigen Erfahrungen gemacht hatten. Die Psychologen untersuchten die Gedächtnisleistungen vor und nach Alkoholgenuss und befragten die Probanden zudem nach ihren Erwartungen an den Alkohol.
Bruchstückhafte Blackouts scheinen das Risiko späterer Alkoholprobleme zu erhöhen, ergaben die Untersuchungen. Starke Trinker neigen generell dazu, Erinnerungsstrukturen zu entwickeln, die ihre Erfahrungen unter Alkohol fälschlicherweise ins Positive verschieben. Bei Studenten, die unter lückenhaftem Gedächtnisverlust litten, war dieser Effekt deutlich verstärkt, fanden die Psychologen. Außerdem waren die Gedächtnisleistungen dieser Teilnehmer unter Alkoholeinfluss deutlich schlechter als bei den anderen Probanden. Nüchtern unterschieden sich die Leistungen dagegen nicht.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff

















