Mögliche Ursache für langsamere Reaktionen im Alter entdeckt
Forscher entdecken Substanz, die mit der Informationsverarbeitung im Gehirn zusammenhängen könnte
Ältere Menschen reagieren oft langsamer auf äußere Reize. Diese Verlangsamung wird offenbar durch einen Mangel an der chemischen Substanz Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) hervorgerufen. Das schreiben amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Science" (Bd. 300, S. 812). GABA sorgt normalerweise für die zielgerichtete Arbeit der Nervenzellen im Gehirn.
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Der so genannte Neurotransmitter im Nervensystem GABA beschränkt die Antwort von Neuronen im Gehirn: Jede Zelle darf nur auf einen bestimmten Reiz von außen antworten. Eine Verminderung seiner Konzentration scheint zu bewirken, dass bestimmte Nervenzellen im Gehirn nicht mehr genau, sondern nur noch wahllos auf äußere visuelle Reize antworten. Das konnten die Wissenschaftler um Audie Leventhal von der Universität in Salt Lake City (USA) an dreißig Jahre alten Makaken nachweisen.
Die Forscher zeigten, dass die Zugabe von GABA an die Nervenzellen deutlich das wahllose Arbeiten der Zellen verringerte. Allerdings nur bei alten Makaken, bei jungen hatte das Zufügen des Neurotransmitters kaum einen Effekt. Umgekehrt führte jedoch die Blockade der GABA-Produktion bei den jungen Affen dazu, dass ihre Nervenzellen weniger selektiv auf visuelle Reize antworteten.
Leventhal vergleicht diesen Prozess mit einem totalen Stromausfall in New York. Man könnte meinen, sagt er, dass bei einem völligen Ausfall aller Ampelanlagen der Verkehr schneller vorwärts gehen würde. Doch das Gegenteil ist der Fall. GABA wirkt also wie eine einschränkende Ampelanlage – fällt sie aus, bricht ein Chaos im Gehirn aus, das zu einer Verlangsamung der Reizverarbeitung führt.
ddp/bdw – Stefanie Offermann

















