Fische erinnern sich an heimatliche Geräusche
Klangkulisse aus ihrer Zeit im Ei lässt sie zu Riffen zurückkehren
Fische lassen sich besonders gerne an geräuschvollen Riffplätzen nieder. Die Geräusche sollten dabei den Lauten entsprechen, von denen die Tiere während ihrer Zeit im Ei umgeben waren. Das ergab eine internationale Studie, die der britische Meeresbiologe Stephen Simpson von der Universität in York leitete. Die Erkenntnisse könnten in Zukunft eine gezielte Neubesiedelung von Riffen ermöglichen – etwa in überfischten Gebieten, teilt der Nationale Rat für Umweltforschung in Swindon (GB) mit.
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Der Lebenszyklus vieler Korallenfische folge einem bestimmten Ablauf, erklärt Simpson. Sind die Fische nahe dem Riff geschlüpft, wandern sie für etwa einen Monat in das Meer hinaus, um möglichen Fressfeinden am Riff zu entgehen. Später kehren sie im Schutz der Dunkelheit zu einem Riff zurück und siedeln sich dort an. Nach welchem Prinzip die Fische ihren neuen Lebensraum wählen, war bisher unklar. Den Wissenschaftlern ist es nun gelungen, Fische durch eine bestimmte Geräuschkulisse zu künstlichen Riffplätzen zu locken. Die Fische wanderten sechsmal häufiger zu geräuschvollen als zu stillen Riffen.
Bei den Klängen handle es sich vor allem um Verständigungslaute der Fischeltern, meint Simpson. Typisch sei beispielsweise eine Art Trompetenton, wenn die nachtaktiven Tiere auf der Jagd nach Nahrung sind. Ein charakteristisches Hintergrundgeräusch sei auch das Platzen von kleinen Wasserbläschen an den Scherenspitzen von zuschnappenden Garnelen. Die Fische werden damit offenbar bereits im Ei durch Einflüsse von außen geprägt – vergleichbar vielleicht einem menschlichen Phänomen: der beruhigenden Wirkung der mütterlichen Stimme auf das ungeborene Kind.
Stefanie Offermann

















