Bislang älteste Homo-sapiens-Überreste in Äthiopien gefunden
Entdeckung belegt Out-of-Africa-Theorie
Ein internationales Forscherteam hat in Äthiopien die bislang ältesten Überreste des modernen Menschen Homo sapiens ausgegraben. Die Anthropologen schätzen das Alter der fossilen Knochen auf 154.000 bis 160.000 Jahre. Der Fund bestärke die Theorie, dass die Wiege des Menschen in Afrika steht. Außerdem lege die Entdeckung nahe, dass der Homo sapiens sapiens gleichzeitig mit dem Neandertaler gelebt hat, berichten die Wissenschaftler in zwei Artikeln im Fachmagazin Nature (Bd. 423, S. 742 und S. 747).
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Die Forscher um Tim White und Clark Howell von der Universität von Kalifornien in Berkeley beschreiben die fossilen Schädel zweier Erwachsener und eines Kindes. Die menschlichen Überreste wurden in Herto etwa 220 Kilometer nordöstlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gefunden. Das Team hat die Fossilien einer neuen Unterart des Homo sapiens zugeordnet, dem Homo sapiens idaltu.
Die Schädel füllen eine große Lücke in den fossilen Überlieferungen der frühen menschlichen Geschichte. Bislang fehlte ein Bindeglied zwischen den frühen Menschen und dem modernen Homo sapiens sapiens. "Jetzt stimmen die fossilen Belege mit molekularen Beweisen überein", sagt White. Die neu entdeckten Schädel zeigen sowohl ursprüngliche als auch moderne Merkmale. Daher handelt es sich möglicherweise um unmittelbare Vorfahren des heutigen Menschen, vermuten die Forscher.
Dass die Fossilien einen Übergang von ursprünglicheren afrikanischen Menschen zum modernen Homo sapiens darstellen, würde die so genannte "Out of Africa"-Theorie unterstützen. Diese besagt, dass der moderne Mensch sich in Afrika und nicht in vielen Gegenden der Welt parallel entwickelt hat.
Die Herto-Fossilien sind außerdem eindeutig keine Neandertaler. Sie beweisen, dass in Afrika bereits frühe moderne Menschen lebten, lange bevor der Neandertaler in Europa verschwand. "Das zeigt endgültig, dass es in der menschlichen Evolution niemals ein Neandertaler-Stadium gab", sagt Howell.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff



















