Auch Bienen vermessen ihre neue Wohnung vor dem Umzug
Eine Daumenregel hilft den Insekten beim Abschätzen der Größe
Bevor Honigbienen umziehen, vermessen sie ihre potenzielle neue Wohnung. Die künftige Heimat muss Platz für das ganze Bienenvolk bieten. Ob eine Behausung tatsächlich groß genug ist, schätzen die Insekten anhand einer einfachen Daumenregel ab. Das berichten Biologen im Fachmagazin Proceedings B: Biology Letters.
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Wenn ein Bienenvolk umzieht, kommt nicht jeder hohle Baum als neuer Nistplatz in Frage. Mindestens 40 Liter Volumen sind notwendig, um die etwa 30.000 Tiere aufzunehmen. Schwärmende Scouts auf Wohnungssuche müssen daher die Größe einer möglichen Behausung vermessen können. Vergleichsweise müsste ein Mensch das Volumen einer Schlucht von den Ausmaßen eines Fußballstadiums in völliger Dunkelheit bestimmen. Wie die Bienen dies tun, war Wissenschaftlern bislang ein Rätsel.
Des Rätsels Lösung fanden nun die Biologen Nigel Franks und Anna Dornhaus von der Universität von Bristol: Die Insekten laufen die Wände einer Höhle ab und fliegen in kurzen Sätzen von einer Wand zur anderen. So erhalten sie Informationen über Oberfläche und Durchmesser der Höhle und können in etwa das Volumen des untersuchten Nistplatzes abschätzen.
Honigbienen schwärmen im Sommer, wenn die neuen Jungköniginnen schlüpfen. Dann verläßt die Hälfte des Volkes mit der alten Königin den Stock und sammelt sich an einem Ast zu einer Schwarmtraube. Einige Arbeiter fliegen als Spurbienen aus und suchen nach neuen Behausungen. In Tänzen zeigen sie sich anschließend gegenseitig die Lage der gefundenen Wohnung an. Nach einer Qualitätsprüfung der verschiedenen gefundenen Nistplätze einigen sich die Spurbienen auf eine Höhle, in die der Schwarm dann einzieht.
ddp/bdw – Christine Harbig

















