Auf der Suche nach "Waterworld"
Wasserplaneten sind im Universum häufig, behaupten französische Astronomen
Dass sich die Erde einst in einen Planeten der Ozeane verwandelt wie in Kevin Costners Endzeit-Film "Waterworld", ist unwahrscheinlich. Vorher müssten erst sämtliche Gebirge abgetragen werden. Im Universum warten dagegen womöglich zahlreiche Wasserplaneten auf ihre Entdeckung, behaupten Forscher um Alain Léger vom Institut d'Astrophysique Spatiale in Frankreich.
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Vorläufer einer Wasserwelt sind Eisplaneten wie Neptun und Uranus, die fern der Sonne ihre Bahnen ziehen. Wenn ein solcher Planet ins innere Sonnensystem gelangt, würde sein Eispanzer schmelzen. Ein hundert Kilometer tiefer, den gesamten Planeten bedeckender Ozean entstünde, berichtete Léger kürzlich auf einem Workshop zu extrasolaren Planeten. Ein typischer Wasserplanet wäre etwa doppelt so groß wie die Erde, bei sechsfachem Gewicht.
Nach Légers Berechnungen dürfte ein Wasserplanet einen Metallkern von 4000 Kilometern Durchmesser haben, über dem ein Gesteinsmantel mit einer Dicke von 3500 Kilometern liegt. Darauf folgt ein 5000 Kilometer dicker Eismantel. Oberhalb des Ozeans liegt noch eine Gasatmosphäre.
Hinweise darauf, dass Planeten innerhalb eines Sonnensystems nicht immer am gleichen Platz bleiben, haben Forscher bereits gefunden: Die meisten bekannten extrasolaren Planeten sind so genannte heiße Jupiter - Gasplaneten, die sehr nah an ihrem Mutterstern ihre Runden ziehen. Alle Experten sind sich einig, dass Gasplaneten nicht so nah an einem Stern entstehen können. Sie müssen also im Laufe ihres Lebens nach innen gewandert sein.
Die Esa-Mission Eddington, die jetzt in der Planung ist, dürfte Wasserplaneten mit Leichtigkeit aufspüren, wenn sie denn existieren: Das Teleskop soll kleinste Schwankungen im Licht von Sternen registrieren, wenn ein Planet die Sternenscheibe überquert. Damit sollen Planeten erkennbar werden, die halb so groß sind wie die Erde.
Ute Kehse

















