Elektronische Medien wirkungslos beim Spracherwerb von Kleinkindern
Nur im persönlichen Kontakt können feine Lautnuancen vermittelt werden
Die Nuancen einer Sprache lernen Kleinkinder nur durch direkten Kontakt mit Eltern und Bezugspersonen. Vom Band abgespielter Text oder auf einem Fernseher dargestellte Szenen helfen den Kleinen nicht weiter, berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin PNAS (Online-Vorabveröffentlichung vom 14. Juli).
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Kleinkinder verlieren im Alter von 6 bis 12 Monaten ihre Fähigkeit, Lautnuancen in verschiedenen Sprachen zu unterscheiden. Lediglich in ihrer Muttersprache können sie weiterhin feine Unterschiede wahrnehmen, wie etwa die zwischen "b" und "p" im Deutschen.
Wissenschaftler um Patricia Kuhl von der Universität Washington in Seattle wollte wissen, wie Kinder vor dieser Einschränkung bewahrt werden können. Einige amerikanische Kinder im Alter von neun Monaten bekamen dazu regelmäßig Besuch von einem Chinesen, der ihnen etwas auf Mandarin vorlas oder mit ihnen spielte. Andere Kinder hörten die Stimme des Chinesen lediglich vom Band oder durften sich Szenen mit ihm auf einem Monitor anschauen.
Das Ergebnis: Nur die Kinder, die in engen Kontakt mit dem Chinesen kamen, entwickelten ein bleibendes Gespür für die in Mandarin verwendeten Laute. Wer demnach die Sprachbegabung seiner Kinder fördern will, findet in elektronischen Medien keinen Ersatz für eine lebendige mehrsprachige Umgebung.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek

















