Wie Östrogene Knochen stark machen
Nicht der Hormonmangel an sich, sondern das Fehlen eines Östrogen-Erkennungsmoleküls begünstigt Osteoporose
Warum Östrogene zwar Osteoporose sehr gut vorbeugen, brüchige Knochen jedoch nicht wieder stabilisieren können, haben nun britische Wissenschaftler herausgefunden. Eine Schlüsselrolle beim Erhalt der Knochendichte spielt demnach ein bestimmtes Östrogen-Erkennungsmolekül: Fehlt es, werden die Knochen brüchig. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 424, S. 389).
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Der Östrogenspiegel im Blut bestimmt, wie viele Östrogen-Erkennungsmoleküle, auch Rezeptoren genannt, der Körper bildet. Sinkt der Hormonspiegel ab, wird auch die Produktion der Rezeptormoleküle gedrosselt.
Die Forscher um Lance Lanyon vom Royal Veterinary College in London fanden heraus, dass die Verringerung der Zahl dieser Rezeptormoleküle besonders für Knochen verheerende Folgen haben kann: Knochen mit zu wenig Östrogen-Erkennungsmolekülen können keine neuen Knochenzellen mehr bilden, um Belastungen auszugleichen. Das führt schließlich zu einer Abnahme der Knochendichte und zu Osteoporose.
Dieser Zusammenhang erklärt, warum eine frühzeitige Hormontherapie Osteoporose so gut vorbeugen kann: Ein durch die Wechseljahre verursachter Hormonmangel wird ausgeglichen und damit die Verringerung der Rezeptormoleküle verhindert. Hat dagegen die Knochendichte wegen eines Mangels an Rezeptoren bereits abgenommen, kann sie auch durch eine Hormontherapie nicht mehr erhöht werden.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















