Vor 15.000 Jahren kam der Golfstrom auf einen Schlag in Gang
Schmelzen der Meereisdecke im Südpolarmeer trieb Klimawandel im Norden an
Der Golfstrom sprang vor 15.000 Jahren plötzlich an: Als am Ende einer Kaltzeit das Eis auf dem Südpolarmeer schmolz, änderten sich die Dichteverhältnisse des Wassers, und nordwärts gerichtete warme Meeresströmungen kamen in Gang. Das berichten deutsche Klimaforscher in der Fachzeitschrift Nature (Ausg. 424, Nr. 6498).
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Der Wissenschaftler Gerrit Lohmann vom Forschungszentrum Ozeanränder in Bremen und sein Kollege Gregor Knorr erstellten am Computer ein Modell des Klima-Umschwungs, der am Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 15.000 Jahren begonnen hatte. Als Grundlage nutzten sie Klimadaten, die aus Untersuchungen von Meeresablagerungen stammten. Nach dem Modell strömten durch die südliche Eisschmelze verstärkt warme und salzhaltige Wassermassen in nördliche Richtung.
Dadurch wurde das Nordatlantikwasser immer salziger und vor allem schwerer, weil es die im Süden gespeicherte Wärme an die Atmosphäre abgab. Dies schaltete nach etwa tausend Jahren den Golfstrom wieder an – "quasi auf einen Schlag", wie es Lohmann formuliert. Das durch das Salz und das Erkalten schwere Nordatlantikwasser sank in die Tiefe und floss südwärts ab. An der Oberfläche wurde gleichzeitig verstärkt das warme Wasser aus der Südhalbkugel angesaugt.
Durch den als transatlantische Zentralheizung fungierenden Golfstrom stiegen die Temperaturen im Nordatlantik um mehr als 6 Grad Celsius und ließen das nördliche Eis schmelzen, erklärt Lohmann. Doch das süße und damit leichte Schmelzwasser beeinträchtigte die Pumpe Golfstrom nicht. Allerdings könnte laut Lohmann durch den vom Menschen verursachten Klimawandel das Schmelzen des nördlichen Eises so verstärkt werden, dass der Golfstrom zukünftig tatsächlich ins Stottern gerät.
ddp/bdw – Stefanie Offermann

















