Überkritisches Kohlendioxid holt Uran und Plutonium aus radioaktiven Abfällen
Russische Forscher verbessern bislang verwendete Purex-Methode
Russischen Forschern ist es gelungen, Plutonium und Uran mit Hilfe einer neuen, auf Kohlendioxid basierenden Methode aus radioaktiven Abfällen zu entfernen. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Informnauka.
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Dem Moskauer Chemiker Boris Miasojedow sei es zusammen mit Kollegen gelungen, Uran und Plutonium einzeln und praktisch vollständig aus radioaktiven Abfällen zu entfernen. Dazu gaben sie die Abfälle, die aus Uran, Plutonium sowie radioaktiven und nichtradioaktiven Spaltprodukten bestanden, in eine Reaktionskammer. In die Kammer leiteten sie unter Druck überkritisches Kohlendioxid ein - ein hervorragendes Lösungsmittel.
Als "überkritisch" wird der spezielle Zustand eines Stoffes zwischen flüssiger und gasförmiger Phase bezeichnet. Jenseits charakteristischer Temperaturen und Drücke kann dann nicht mehr zwischen Flüssigkeit und Gas unterschieden werden. Zu den besonderen Eigenschaften in diesem Zustand gehört ein erhöhtes Lösungsvermögen. Überkritisches Kohlendioxid wird beispielsweise auch zum entkoffeinieren von Kaffee verwendet.
Die russischem Forscher setzten dem Kohlendioxid einen weiteren Stoff bei, der mit Uran einen Komplex bildet. Der Urankomplex löste sich im Kohlendioxid, die anderen Stoffe nicht. Daraufhin entfernten die Forscher das Kohlendioxid und leiteten es durch Wasser. Das Uran blieb als Salz im Wasser, während das reine Kohlendioxidgas entwich. Kürzlich fanden die Forscher einen zweiten Zusatzstoff, mit dem sich das Plutonium auf die gleiche Art entfernen lässt. Sowohl das gewonnene Uran als auch das Plutonium lassen sich erneut für Kernreaktionen verwenden, berichtet Informnauka.
Der Nachrichtenagentur zufolge hat das Verfahren zahlreiche Vorteile gegenüber der bislang verwendeten Purex-Methode. Dabei wird Salpetersäure mit dem Zusatzstoff Tributylphosphat benutzt, um Plutonium und Uran aus dem radioaktiven Gemisch zu entfernen. Die Trennung gelingt allerdings nicht vollständig. Als Produkte erhält man bei dieser Methode größere Mengen zweier giftiger Salpetersäure-Lösungen.
Ute Kehse

















