Kinderkrippe in der Tiefsee entdeckt
Kraken und Fische brüten in friedlicher Eintracht
Amerikanische Biologen haben eine bislang einzigartige Unterwasser-Kinderkrippe gefunden: An einem Tiefseerücken vor der Küste Nordkaliforniens in etwa 1.500 Metern Tiefe brüten Gruppen von Kraken und Fischen gemeinsam. Die Meerestiere hocken dabei wie Hühner auf ihren Eiern, berichten die Forscher im Fachmagazin Biological Bulletin (B. 205, S. 1).
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Die Biologen um Jeff Drazen vom Forschungsinstitut des Monterey-Bay-Aquariums in Moss Landing hatten das Gebiet mithilfe eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs beobachtet. Auf den Aufnahmen fiel ihnen auf, dass sich in jedem Sommer Tiefseekraken und Fische der Art Psychrolutes phrictus in Gipfelnähe einer Tiefseeerhebung zum Brüten versammeln. Damit konnten die Biologen erstmals beobachten, dass Tiefseefische ihre Eier bebrüten und dass zwei so unterschiedliche mobile Meeresbewohner der Tiefsee im selben Gebiet brüten.
"Die Fischnester sehen aus wie große purpurne Kleckse, die über das Geröll des Meeresgrunds verstreut sind", schildert Drazen die Szenerie. Die Elterntiere ruhen auf dem Boden direkt neben oder auf ihren Eiern. "Wir waren sehr überrascht, da ein solches Verhalten bei Tiefseefischen noch nie dokumentiert wurde." Die Forscher schätzen, dass manche der Fischnester bis zu 100.000 Eier enthalten könnten.
Als so genannte Hot Spots, an denen sich viel Leben aufhält, kannten Wissenschaftler bislang beispielsweise heiße Quellen. Dort gibt es ausreichend Nahrung für alle. Die neu entdeckten Kinderkrippen scheinen jedoch völlig anderer Natur zu sein. Hier könnten die Bedingungen hervorragend für die Entwicklung der Eier geeignet sein, vermuten die Forscher. Drazen und seine Kollegen sind sich bislang allerdings noch nicht sicher, was den Platz so attraktiv für das Brüten macht.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff

















