Wo sind die fehlenden Kometen?
Kuiper-Gürtel enthält vermutlich weit weniger Gesteinsbrocken als angenommen
Amerikanische Wissenschaftler haben zu Beginn dieses Jahres eine Kamera des Hubble-Weltraumteleskops auf den Kuiper-Gürtel gerichtet – jene von eisigen Gesteinsbrocken besiedelte Zone zwischen den Planeten Neptun und Pluto. Dabei haben sie weit weniger Objekte mit Durchmessern von nur einigen Dutzend Kilometern gefunden als dort vermutet. Darüber berichtete das Team auf einer Konferenz der NASA im kalifornischen Monterey.
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Einer gängigen Lehrmeinung zu Folge stammen die meisten an der Erde vorbeifliegenden Kometen aus dem Kuiper-Gürtel. Gary Bernstein von der Universität von Pennsylvania und seine Kollegen vermuteten daher, mittels des Hubble-Teleskops viele der oft nur wenige Kilometer großen Brocken dort auffinden zu können. Zu ihrer Überraschung konnten die Astronomen allerdings während ihrer 15 Tage andauernden Untersuchung nur drei derartige Objekte finden.
Die auf die Namen 2003 BF91, BG91 und BH91 getauften Objekte sind die kleinsten Objekte, die jemals von Astronomen jenseits des Neptun aufgefunden worden sind. Sie stammen zudem aus der Frühzeit unseres Sonnensystems und stellen somit ein wichtiges Forschungsobjekt für die Entstehung der Planeten dar – erlauben sie doch gewissermaßen einen Blick in die Vergangenheit.
Die geringe Zahl der aufgefundenen Objekte lässt Bernstein vermuten, dass diese im Laufe der Jahrmillionen durch gegenseitige Kollisionen zu Staub zermahlen wurden. Andere sind durch die Gravitationskräfte der benachbarten Planeten diesem Schicksal entkommen und wandern nun als eisige Kometen um die Sonne.
Gerard Kuiper hatte bereits in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts spekuliert, dass sich zwischen den Planeten Neptun und Pluto eine Zone kleiner, eisiger Gesteinsbrocken befinden sollte. Im Jahre 1992 wurde dann der nach ihm benannte "Gürtel“ tatsächlich entdeckt.
Stefan Maier

















