Neuer BSE-Test ist schneller, zuverlässiger und empfindlicher
Test könnte in Zukunft auch bei lebenden Tieren Prionenerkrankungen diagnostizieren
Schneller, besser, empfindlicher: Amerikanische Wissenschaftler haben einen neuen Test auf BSE und andere Prionenerkrankungen entwickelt. Der Test erlaubt eine effektivere Untersuchung von Tieren nach ihrem Tod. Auch eine Anwendung am lebenden Tier könnte bald möglich sein. Die Wissenschaftler stellen ihre Entwicklung auf dem Treffen der Amerikanischen Gesellschaft für Chemie in New York vor.
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Das größte Hindernis bei den bisherigen Prionentests war die Ähnlichkeit der krankmachenden Eiweißmoleküle mit ihren harmlosen, körpereigenen Gegenstücken: Beide enthalten die gleichen Bausteine und können nur mit großem Aufwand voneinander getrennt werden. Der neue Test dagegen überprüft nicht den Aufbau, sondern das äußere Erscheinungsbild der Moleküle – und dieses unterscheidet sich bei der krankmachenden und der harmlosen Form.
Während herkömmliche Tests erst nach etwa einer Woche Ergebnisse liefern, ermöglicht der von Jiri Safar und Nobelpreisträger Stanley Prusinger von der Universität von Kalifornien in San Francisco entwickelte Test schon innerhalb von fünf Stunden eine Diagnose. Das neue Testprinzip erkennt außerdem bereits sehr viel kleinere Mengen der Eiweißerreger als bisherige Ansätze.
Alle bekannten Prionentests können erst nach dem Tod des Tieres durchgeführt werden. Das verhindert eine frühzeitige Diagnose und erkrankte Tiere können nicht rechtzeitig isoliert werden. Als Folge davon wurden bei BSE-Verdacht häufig ganze Herden gesunder Tiere geschlachtet. Auch dieses Problem könnte der neue Test lösen: Im Labor gelang es den Wissenschaftlern bereits, sowohl im Blut als auch im Muskelgewebe lebender infizierter Mäuse Prionen nachzuweisen. Der Test müsse zwar seine Zuverlässigkeit bei lebenden Nutztieren noch unter Beweis stellen, die Laborergebnisse seien jedoch sehr vielversprechend, sagt Prusiner.
Ein Blut- oder Gewebetest auf Prionenerkrankungen, der am lebenden Menschen angewendet werden könnte, würde auch von Medizinern sehr begrüßt. Er könnte eine zuverlässige Diagnose von Krankheiten wie der neuen Variante des Creutzfeld-Jakob-Syndroms ermöglichen, die bislang ausschließlich anhand ihrer Symptome in einem sehr späten Stadium identifiziert werden.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel


















