Spracherkennung in der linken Gehirnhälfte ist angeboren
Schon bei Neugeborenen reagiert die linke Seite auf Sprache
Neugeborene erkennen Sprache genauso wie Erwachsene mit ihrer linken Gehirnhälfte. Das fand ein internationales Forscherteam bei Untersuchungen zwei bis fünf Tage alter Babys heraus. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung vom 8. September, doi/10.1073/pnas.1934290100).
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Sprache wird beim erwachsenen Menschen von der linken Gehirnhälfte erkannt. Das ist bereits lange bekannt. Unklar war bisher jedoch, ob diese Asymmetrie des Gehirns angeboren ist oder ob sie durch Hören von Sprache während der Kindheit erworben wird. Marcela Pena und ihre Kollegen aus Japan, Frankreich und Italien konnten jetzt eindeutig zeigen, dass Spracherkennung bereits bei zwei bis fünf Tage alten Neugeborenen in der linken Gehirnhälfte angelegt ist.
Die Wissenschaftler untersuchten dazu zwölf Babys mit der so genannten optischen Topografie, die Veränderungen in der Durchblutung verschiedener Gehirnteile sichtbar machen kann. Während der Messung spielten die Forscher den schlafenden Neugeborenen Bänder vor, auf denen eine Frau ein Kinderbuch vorlas. Dabei verstärkte sich die Durchblutung in der linken Gehirnhälfte der Kinder deutlich mehr als in der rechten. Interessanterweise reagierten die Gehirne der Kleinen nicht, wenn das Band rückwärts abgespielt wurde.
Das Gehirn ist bereits bei der Geburt so organisiert, dass es Sprache mit der linken Gehirnhälfte verarbeitet, folgern die Wissenschaftler. Besonders die fehlende Reaktion auf rückwärts gesprochene Sätze beweise eindrucksvoll, dass bestimmte Eigenschaften von Sprache Bereiche der linken Gehirnhälfte aktivieren, die bei anderen Geräuschen keine Rolle spielten. Dies wird durch Versuche mit Erwachsenen bestätigt, deren linke Gehirnhälfte bei ihnen unbekannten Sprachen ebenfalls nur dann aktiv wurde, wenn die Aufzeichnung der Sprache vorwärts ablief.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















