Dasselbe Eiweiß lässt Embryonen und Bauchspeicheldrüsenkrebs wachsen
Blockierung des Signalweges lässt auf neue Krebstherapien hoffen
Das gleiche Protein, das Embryonen im Mutterleib wachsen lässt, ist auch für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs verantwortlich. Mit dieser Entdeckung amerikanischer Wissenschaftler ergeben sich neue Perspektiven für die Behandlung der aggressiven Krebsart. Das berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Nature (Online-Vorabveröffentlichung vom 14. September).
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Das Eiweiß mit dem kuriosen Namen "Sonic Hedgehog", das Genetiker spaßhaft nach einem Videofilmhelden benannt haben, verursacht zusammen mit anderen Proteinen eine Kaskade chemischer Reaktionen, die unter anderem im Kern der Zelle das Signal zur Zellteilung geben. Eigentlich ist das Sonic-Hedgehog-Protein hauptsächlich während der Entwicklung von Embryonen aktiv, wo eine schnelle Vermehrung der Zellen benötigt wird. Es wird aber auch mit der Entstehung von einigen Krebsarten in Verbindung gebracht.
Die Wissenschaftler um Sarah Thayer von der Harvard-Universität in Boston und der Universität von Kalifornien in San Francisco konnten jetzt sowohl an Zellkulturen als auch an menschlichen Gewebeproben nachweisen, dass Sonic-Hedgehog auch das ungebremste Zellwachstum bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auslöst. Es gelang ihnen sogar, durch eine Blockierung des zugehörigen Signalwegs das Wachstum der Tumoren in Mäusen zu stoppen.
Besonders diese Experimente lassen die Forscher hoffen. Sie sind davon überzeugt, dass in Zukunft Medikamente entwickelt werden können, die eine gezielte Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs ermöglichen. Bisher können die Tumoren nur operativ entfernt werden, und auch das nur in einem frühen Stadium. Sehr häufig wird Bauchspeicheldrüsenkrebs jedoch erst so spät entdeckt, dass keine Operation mehr möglich ist. Daher liegt die Überlebensrate der Patienten auch deutlich unterhalb derer anderer Krebsarten.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















