Erlebnisse kurz nach der Geburt beeinflussen das Gehirn langfristig
Kurzzeitige Trennung von der Mutter hat Auswirkungen auf das Stressverhalten erwachsener Ratten
Eine Trennung von der Mutter kurz nach der Geburt hinterlässt bleibende Spuren im Gehirn von Ratten. Dies äußert sich später bei den erwachsenen Tieren in heftigeren Reaktionen auf Stress. Dieses Verhalten ist vermutlich auf veränderte Rezeptoren im Hirn zurückzuführen, berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.2131679100).
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Bereits seit einiger Zeit mehren sich Hinweise, dass Ereignisse wie die Trennung von der Mutter kurz nach der Geburt langfristige Veränderungen im Gehirn verursachen. Oft führt dies zu Abweichungen in den Reaktionen auf Stress. Dass die Ursache dafür in Veränderungen von Rezeptoren für Gamma-Aminobuttersäure (GABA) in den Nervenzellen liegt, konnten Forscher bislang nur vermuten. GABA, ein Botenstoff im Gehirn, hat auf viele Prozesse eine hemmende Wirkung.
Fu-Chun Hsu, Guo-Jun Zhang und ihre Kollegen von der Universität Pennsylvania konnten nun Abweichungen an den Rezeptoren für GABA in den Nervenzellen des Hippocampus von Ratten beobachten, die als Neugeborene zweimal von ihrer Mutter getrennt worden waren. Der Hippocampus, eine Zwischenstation auf dem Weg vom Kurz- zum Langzeitgedächtnis, ist auch für Vorgänge im Gehirn wichtig, welche Reaktionen auf Stress regeln.
Bei den erwachsenen Tieren stellten die Forscher im Hippocampus eine ungewöhnlich große Zahl einer bestimmten Form von GABA-Rezeptoren fest, die normalerweise bei Jungtieren überwiegt. Artgenossen, die als Neugeborene nicht von ihrer Mutter getrennt worden waren, hatten als Erwachsene hauptsächlich die andere, für erwachsene Tiere übliche Form der GABA-Rezeptoren.
Die Ergebnisse der Wissenschaftler zeigen, dass die durch ein Ereignis kurz nach der Geburt ausgelösten Veränderungen des Gehirns dauerhafter sind als zunächst vermutet. Zudem können offensichtlich bereits wenige solcher Erfahrungen zu einer abweichenden Entwicklung führen.
ddp/bdw – Katharina Vogelmann

















