GSI in Darmstadt als Entdeckerin von Element 111 bestätigt
Langsam gehen den Darmstädter Forschern die Namen aus: Gerade erst durften sie als Entdecker das Element 110 benennen
Das schwerste in der Natur vorkommende chemische Element – Uran – belegt im Periodensystem Platz 92. In der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt wurden bereits im Jahr 1994 die Elemente 110 und 111 künstlich erzeugt. Doch die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Auf Vorschlag der Darmstädter Wissenschaftler erhielt Element 110 jetzt den Namen "Darmstadtium" und das chemische Kürzel "Ds". Außerdem wurde die GSI offiziell als Entdeckerin des Elementes 111 bestätigt, meldet das Institute of Physics.
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Die für die Anerkennung zuständige Organisation, die Internationale Union für Reine und Angewandte Chemie, hat sich mit der Bestätigung der Entdeckung Zeit gelassen, weil die vom GSI gemessenen Zerfallsreihen des Elementes 111 unbekannte Isotope enthielten. Element 111, das bis zur Namensvergabe den vorläufigen Namen Unununium – 111 auf griechisch – und das Kürzel Uuu trägt, ist radioaktiv und zerfällt mit einer Halbwertszeit von 1,5 Tausendstel Sekunden.
Sigurd Hofmann und seine Kollegen vom GSI erzeugten Uuu, indem sie Nickel- und Bismut-Atome aufeinander schossen. Dabei konnten sie insgesamt drei Zerfallsreihen beobachten, die auf die Existenz des neuen Elementes Uuu hindeuteten.
Unter den Zerfallsprodukten befanden sich die damals noch unbekannten Isotope Meitnerium-268 und Bohrium-264. Isotope sind Varianten eines chemischen Elementes, die jeweils eine unterschiedliche Anzahl von Neutronen im Atomkern haben. Meitnerium ist beispielsweise das Element 109, besitzt also 109 Protonen im Atomkern. Die Isotopvariante Meitnerium-268 hat zusätzlich 159 Neutronen im Kern.
In der Zwischenzeit konnte das GSI-Team die Entdeckung von Element 111 in weiteren Experimenten jedoch zweifelsfrei bestätigen. Die Existenz von Element 110 – Darmstadtium – wurde im vergangenen Jahr vom Lawrence Berkeley National Laboratory bestätigt.
Nun hat die GSI ebenfalls das Vorschlagsrecht für den Namen des neuen Elementes. Traditionell wurden neue Elemente bisher entweder nach berühmten Forschern oder nach ihren Entdeckungsorten benannt. Letzteres dürfte für die GSI, auf deren Konto mittlerweile die Entdeckung von fünf neuen chemischen Elementen geht, jetzt schwierig werden. Mit Darmstadtium haben sie bereits ihre Stadt und mit Hassium – lateinisch für Hessen – ihr Bundesland gewürdigt. Und die Namen "Germanium" für Deutschland oder "Europium" für Europa sind längst vergeben. Die tragen die natürlich vorkommenden Elemente 32 und 63.
Die weiteren Anfang der achtziger Jahre im GSI entdeckten Elemente sind Bohrium und Meitnerium.
Axel Tillemans

















