Warum sich für Blaumeisenweibchen Fremdgehen lohnt
Untreue Weibchen bekommen attraktivere Nachkommen
Blaumeisenweibchen sind eigentlich sehr treu. Dennoch gehen sie von Zeit zu Zeit fremd. Eine Erklärung dafür haben nun Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Starnberg gefunden: Die Nachkommen, die diesen Seitensprüngen entstammen, sind gesünder, attraktiver und besitzen eine größere genetische Variabilität. Die untreuen Vogelweibchen vermeiden also auf diese Weise die Gefahr einer Inzucht, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 425, S. 714).
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Bereits vor einigen Monaten hatten Wissenschaftler gezeigt, dass sich auch weibliche Zaunkönige – normalerweise streng monogam – manchmal einen anderen Partner suchen. Mittels DNA-Analysen wiesen die Forscher nach, dass sich der fremde Partner in seiner genetischen Ausstattung meist deutlich von dem jeweiligen Zaunkönigweibchen unterscheidet.
Bart Kempenaers vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Starnberg und seine Kollegen beobachteten nun über vier Jahre hinweg 2.000 Blaumeisen im Wienerwald – jede Meise individuell markiert. Es zeigte sich, dass die außerehelichen Vogelkinder eher überlebten und sich daher mehr fortpflanzten als ihre ehelichen Halbgeschwister.
Zudem war das Kopfgefieder der männlichen Nachkommen attraktiver, was ihrer Chancen bei den Vogeldamen verbessere, erklären die Wissenschaftler. Die Seitensprünge mit besonders unterschiedlichen Männern verhelfen dem Jungmeisen demnach zu einem besseren Erbgut.
ddp/bdw – Stefanie Offermann

















