Kolibri oder Hummel: Blütenfarbe entscheidet über den Bestäuber
Ein einzelnes Gen bestimmt die Farbe von Gauklerblumen - und damit die Art ihrer Besucher
Gauklerblumen sehen nicht nur schön aus, sondern sie bestimmen auch mit der Farbe ihre Bestäuber. Ein YUP genanntes Genpaar kontrolliert, welche Pigmente zum Vorschein kommen und damit die Farbe der Blumen. Mit einer einzigen Mutation des Genpaars bekommen diese Pflanzen daher einen neuen Bestäuber. Das berichten amerikanische Biologen in der Fachzeitschrift Nature (Ausg. 426, S. 176).
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Die Gauklerblume Mimulus lewisii ist normalerweise pink und wird von Hummeln befruchtet. Ihre rote Verwandte Mimulus cardinalis wird dagegen von Kolibris bestäubt. Um die Wirkung des YUP-Genpaars auf die Bestäubung zu bestimmen, setzten Toby H. D. Bradshaw von der Universität von Washington in Seattle und Douglas W. Schemske von der Staats-Universität Michigan das Gen jeweils von der einen Pflanze in die andere. Statt pink hatte die veränderte Mimulus lewisii nun gelb-orange Blüten, während ihre Schwester Blüten in pink statt in rot ausbildete.
Die genmanipulierten Pflanzen unterschieden sich jedoch nicht nur in ihrer Farbe, sondern auch im Verhalten ihrer Bestäuber: Die mutierte Mimulus cardinalis bekam 74mal mehr Hummelbesuche als die unbehandelte Pflanze, während die veränderte Mimulus lewisii 68mal mehr Besuche von Kolibris erhielt.
Eine einzige Mutation des YUP-Gens kann zu einer bedeutenden Veränderung des Verhältnisses zwischen Blumen und ihren Bestäubungspartnern führen, schließen die Wissenschaftler aus ihren Ergebnissen. Wenn sich die Anzahl von Hummeln und Kolibris in einer Region ändert, könnten sich Pflanzen mit einer natürlichen YUP-Genmutation besser in der Evolution durchsetzen. Vermutlich stammen die beiden Gauklerblumen von einem ähnlichen Vorfahren ab.
ddp/bdw – Sandra Saladin

















