Sonnenfinsternis mit kleinem Publikum
Nur einige wenige Wissenschaftler und gut betuchte Astronomiefans bekommen am 23. November die Eklipse in der Antarktis zu sehen
Nach der Mondfinsternis vor einer Woche ist bald bereits das nächste spektakuläre Himmelschauspiel zu sehen: In einer totalen Sonnenfinsternis schiebt sich am 23. November um 23.40 Uhr MEZ der Mond vor die Sonne. Dieses besondere Ereignis können jedoch nur betuchte Astronomiefans, Wissenschaftler und Pinguine erleben, denn die Sonnenfinsternis ist nur über der Antarktis zu sehen. Das meldet der Astronom und Sonnenfinsternis-Experte Jay Pasachoff vom Williams College in Williamstown (USA).
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Mehrere Expeditionen werden von Australien, Südafrika und Chile aus zum antarktischen Kontinent aufbrechen, um die Finsternis zu beobachten. Pasachoff wird einer der Privilegierten sein, der mit einem Flugzeug von Melbourne aus zu einem 14-stündigen Rundflug über die Antarktis starten wird. Da die sich verfinsternde Sonne jedoch nur 18 Grad über dem Horizont des Flugzeugs steht, wird nur die Hälfte der Passagiere an Bord einen ausgedehnten Blick auf das Naturschauspiel werfen können. Durch die Geschwindigkeit der Boeing wird die Finsternis an Bord etwas länger dauern als am Boden: Statt knapp zwei Minuten können die Passagiere die Schwarze Sonne zwei Minuten und dreißig Sekunden lang genießen.
Astronomiefans aus aller Welt geben für ein solches Abenteuer ein kleines Vermögen aus: So kostet eine Pauschalreise mit Flug von Kapstadt zur russischen Forschungsstation Novolazarevskaya mehr als 13.000 US-Dollar. Sonnenfinsternisse in der Antarktis sind selten zu sehen. Sie wiederholen sich in Zyklen von etwa 18 Jahren. Die letzte fand am 12. November 1985 über dem Indischen Ozean statt. Die nächste Finsternis dieses so genannten Saros-Zyklus wird für den 4. Dezember 2021 vorhergesagt.
ddp/bdw - Sandra Saladin

















