Elefanten-Vorfahren entwickelten sich ausschließlich in Afrika
Fossilien aus Äthiopien beleuchten Entwicklung der Säugetiere
Vor 27 Millionen Jahren wurde Afrika von einer Gemeinschaft großer, bizarrer Säugetiere bewohnt. Besonders vielfältig war die Gruppe der Rüsseltiere, berichten John Kappelman von der University of Texas in Austin und seine Kollegen im Wissenschaftsmagazin Nature (Bd. 426, S. 510 u. 549).
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Die Forscher liefern erstmals ein Bild von der afrikanischen Fauna, kurz bevor der damals isolierte Kontinent mit Eurasien zusammenstieß. Nachdem sich vor 24 Millionen Jahren eine Landbrücke zwischen den beiden Landmassen gebildet hatte, wanderten Nashörner und Wiederkäuer in Afrika ein und verdrängten einige der einheimischen Säugetiere. Aber auch afrikanische Tiere, insbesondere die Elefanten, nutzten die Verbindung, um sich über Europa und Asien auszubreiten. Die Fundstätte im Hochland von Äthiopien schließt eine Lücke in der fossilen Überlieferung von einigen Millionen Jahren, die bislang die Zeit kurz vor dem Ende der Isolation verdunkelte.
Wie die Forscher um Kappelman schreiben, entdeckten sie zum Beispiel Überreste von fünf Arten von Rüsseltieren, darunter das etwa tausend Kilogramm schwere Gomphotherium, das zu den Vorfahren der heutigen Elefanten zählt. “Wir hatten schon lange ermutet, dass die frühe Evolution der Elefanten komplett in Afrika stattfand”, sagt Mitverfasser William Sanders von der University of Michigan. “Die neuen Fossilien liefern endlich den Beweis für diese Theorie.”
Primitivere Rüsseltiere, die nur entfernte Cousins der Elefanten waren, fanden die Forscher ebenfalls: etwa das Paläomastodon, das einen recht kurzen Rüssel und vier Stoßzähne besaß, oder Dinotherium mit seinen nach unten gebogenen Stoßzähnen am Unterkiefer.
Ein besonders merkwürdiger Vertreter der afrikanischen Tierwelt war das dreieinhalb Meter lange Arsinoitherium. Dem Huftier, das heutigen Nashörnern ähnelte, wuchsen auf der Nase zwei nebeneinanderliegende Hörner. Bislang war es nur aus wesentlich älteren Fundstätten bekannt. Die Forscher hatten nicht erwartet, dass dieses Tier so lange überleben konnte.
Doch sowohl die primitiven Rüsseltiere als auch das Arsinoitherium starben vermutlich aus, als Tiere aus Europa nach Afrika kamen. “Wir glauben, dass dieses Ereignis das Aussterben der einfacheren Arten in Gang setzte”, meint Kappelman, “der Rest der afrikanischen Fauna wurde durch die Einwanderung neuer Arten modernisiert.”
Ute Kehse


















