Temperaturschwankungen werfen kleine Asteroiden aus der Bahn
Forscher weisen erstmals „Yarkovsky-Effekt“ nach
Eine ungleichmäßige Erwärmung ihrer Oberfläche kann die Bahn von Asteroiden verändern. Amerikanische Forscher konnten dieses Phänomen, das in der Theorie als „Yarkovsky-Effekt“ bekannt ist, jetzt erstmals am Asteroiden 6489 Golevka nachweisen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift Science (Bd. 302, S. 1739).
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Bislang konnte der Yarkovsky-Effekt nur bei künstlichen Satelliten nachgewiesen werden. Steven Chesley vom California Institute of Technology und seine Kollegen nutzten jedoch jetzt das Arecibo Radio-Teleskop in Puerto Rico, um die Bahnkurve des 530 Meter großen natürlichen Asteroiden Golevka exakt zu bestimmen. Die Forscher berichten, dass die Bahn des Felsbrockens, der die Erdbahn kreuzt, bereits bei Annäherungen in den Jahren 1991, 1995 und 1999 vermessen worden war.
Sie stellten bei ihren Messungen fest, dass der Asteroid nicht nur der Schwerkraft gehorcht, sondern zusätzlich durch die unterschiedliche Wärmestrahlung beschleunigt wird – wenn auch minimal. Mithilfe der gesammelten Danten konnten sie einige physikalische Eigenschaften von Golevka bestimmen: So hat der Asteroid beispielsweise eine Dichte von etwa 2,7 Gramm pro Kubikzentimeter bei einem Gesamtgewicht von 210 Millionen Tonnen.
Meteoriten aus der Gruppe der Chondriten, zu denen Golevka gehört, haben gewöhnlich eine etwas höhere Dichte. Das bedeutet, dass Golevka wahrscheinlich eine hohe Porosität besitzt und von Brüchen durchzogen ist. Die Drift, die Asteroiden im Asteroidengürtel durch den Yarkovsky-Effekt erfahren, erschwert die Vorhersage ihrer Bahnkurven. Manche Felsbrocken könnten so allmählich auf instabile Bahnen gelangen und durch den Einfluss des Jupiters ins innere Sonnensystem geworfen werden, vermuten die Astronomen.
Ute Kehse

















