Lust auf Alkohol verlängert das Leben – zumindest bei Ratten
Forscher: Evolutionärer Nachteil durch Hang zur Alkoholsucht durch bessere Lebenserwartung ausgeglichen
Ratten mit einem Hang zum Alkoholismus leben länger und sind gesünder als ihre abstinenten Artgenossen. Diese Entdeckung machten finnische Wissenschaftler bei der Untersuchung zweier Rattengruppen: Die eine Gruppe hatte eine angezüchtete Vorliebe für Alkohol, die andere eine angezüchtete Abneigung gegen die Droge. Ihre Ergebnisse beschreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Alcoholism: Clinical & Experimental Research (Januar-Ausgabe).
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Das Risiko, zum Alkoholiker zu werden, ist nicht nur bei Ratten, sondern auch bei Menschen zu einem beträchtlichen Teil genetisch festgelegt. Wissenschaftler haben sich schon länger die Frage gestellt, wie sich während der Evolution eine solche Neigung durchsetzen konnte, obwohl sie doch praktisch ausschließlich negative Auswirkungen für das Individuum hat. Da es jedoch nahezu unmöglich ist, bei Studien mit Menschen die Folgen von Alkoholkonsum, genetischer Veranlagung, psychischen Faktoren und sonstiger Lebensweise einzeln zu betrachten, untersuchten David Sinclair, Petri Hyytiä und ihre Kollegen vom finnischen Nationalinstitut für öffentliche Gesundheit die speziell gezüchteten Ratten.
Offensichtlich vermittelten die selben Gene, die den Nagern Lust auf Alkohol machten, auch das längere und gesündere Leben, schreiben Sinclair und Kollegen. Damit würden sich möglicherweise negative und positive Auswirkungen einer solchen Genkombination gegenseitig aufheben – womit auch die Frage beantwortet sei, wieso die Evolution diese Gene nicht ausgemerzt hat. Warum die Tiere länger leben, wissen die Forscher jedoch noch nicht. Sie warnen zudem davor, die Ergebnisse bedingungslos auf den Menschen zu übertragen, da Menschen und Ratten sehr unterschiedlich mit Alkohol umgehen. So sei der Stoffwechsel der Nager beispielsweise so effektiv, dass der Körper der Tiere selbst durch ständigen, hohen Alkoholkonsum praktisch nicht geschädigt wird.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















