Machte ein Komet das Mittelalter finster?
Britische Forscher: Zusammenstoß könnte eine Art nuklearen Winter ausgelöst haben
Die Zeit der Völkerwanderung im fünften und sechsten Jahrhundert nach Christus gilt als eine der dunkelsten Perioden des Mittelalters. Die Jahre von 536 bis 545 waren möglicherweise besonders finster. Nach Berechnungen von Derek Ward-Thompson und Kollegen von der Cardiff University könnte damals ein Komet mit der Erde kollidiert sein und die Erdatmosphäre für Jahre eingetrübt haben.
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Wie die Forscher in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift Astronomy and Geophysics (Bd. 45, S. 1.23) berichten, lässt sich aus Baumringen ablesen, dass sich die Erde während der neun Jahre von 536 bis 545 stark abkühlte. In den wenigen historischen Zeugnissen aus dieser Zeit ist von Frost im Sommer und Missernten die Rede. In Europa ging zum ersten Mal die Pest um und kostete tausende Menschen das Leben.
Ward-Thompson und seine Studentinnen Emma Rigby und Melissa Symonds nehmen an, dass die Phänomene durch die Explosion eines Kometen in der oberen Atmosphäre zu erklären sein könnten. Ähnlich wie bei der Kollision des Kometen Shoemaker-Levy 9 1995 mit dem Planeten Jupiter, wäre dabei eine pilzförmige Explosionswolke entstanden. Ruß und Asche, so berechneten die Forscher, würden bei so einem Ereignis die ganze Erde einhüllen und das Sonnenlicht reflektieren . Als Folge davon werde es auf der Erde spürbar kälter, ähnlich wie bei einem "nuklearen Winter".
Den Berechnungen der Forscher zufolge würde schon ein Komet mit einem Durchmesser von einem halben Kilometer globale Auswirkungen haben. Bis jetzt waren Astronomen davon ausgegangen, dass erst ein Komet von einem Kilometer Durchmesser eine Bedrohung für die ganze Welt darstellt.
Ute Kehse

















