Familie oder Karriere? Auch Bienen müssen sich entscheiden
Die Insekten nehmen bei der "Berufswahl" Rücksicht auf die Verwandtschaft
Wenn es um ihre Zukunft geht, nehmen stachellose Bienen auch Rücksicht auf die Verwandten. Bei den Bienen der im Amazonas-Urwald vorkommenden Gattung Melipona können die Tiere im Laufe ihrer Entwicklung ihr Schicksal selbst bestimmen und entscheiden, ob sie Arbeiterin oder Königin werden. Nicht jedes Individuum wählt dabei zum Wohl der Gesellschaft. Würde die Selbstsucht aber der unmittelbaren Verwandtschaft schaden, entscheiden sich weit mehr Tiere für die Allgemeinheit, berichten britische Biologen in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biology Letters (Online-Vorabveröffentlichung).
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Tom Wenseleers und Francis Ratnieks von der Universität Sheffield analysierten mehr als 30 Studien, die sich mit insgesamt 13 Arten der stachellosen Bienen beschäftigten. Bei manchen Spezies streben bis zu 16 Prozent der Tiere selbstsüchtig nach Höherem und werden zur Königin. Vorteile haben die Bienen allerdings selten von ihrer egoistischen Wahl: Nutzlose Königinnen sind für die Kolonie keine Hilfe, sondern eine Belastung und werden daher zumeist unmittelbar nach dem Schlüpfen eiligst getötet.
Bei manchen Arten produzieren allerdings auch die Arbeiterinnen und nicht nur die Königin männlichen Nachwuchs. Bei diesen Spezies werden nur fünf bis acht Prozent und damit deutlich weniger weibliche Bienen egoistischerweise zur Königin, schreiben die Biologen. In diesem Fall ist eine Arbeiterin mit den von anderen Arbeiterinnen gezeugten männlichen Bienen im Stock genetisch näher verwandt als mit von der Königin gezeugten Arbeitern. Von der egoistischen Entscheidung eines Weibchens, zur Königin zu werden, würden dabei viel mehr nahe Verwandte belastet.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff

















