Dem galaktischen Gamma-Glitzern auf der Spur
Hintergrundstrahlung stammt von einzelnen Quellen
Die Hintergrundstrahlung aus weichen Gammastrahlen, die die Milchstraße durchsetzt, stammt nicht von Gaswolken im Zentrum der Galaxis, sondern von einzelnen Quellen. Das zeigen Messungen des Esa-Weltraumobservatoriums "Integral", die Francois Lebrun und Kollegen vom Institut CEA-Saclay in
Gif sur Yvette im Magazin Nature (Bd. 428, S. 293) vorstellen.
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"Integral" kann als erstes Weltraumteleskop Sterne gleichzeitig sowohl im optischen Wellenlängenbereich beobachten als auch die von ihnen abgegebene Röntgen- und Gammastrahlung messen. Dank der hervorragenden Auflösung konnten Lebrun und Kollegen zeigen, dass die rätselhafte Hintergrundstrahlung nicht, wie bisher angenommen, von diffusen Gaswolken im Zentrum der Galaxis erzeugt wird.
Die Forscher identifizierten 91 einzelne Quellen, die die so genannte weiche Gammastrahlung aussenden. Bei mindestens der Hälfte dieser Objekte scheint es sich um eine bislang unbekannte Klasse von Gammastrahlern zu handeln. Möglicherweise wird die Gammastrahlung von Schwarzen Löchern erzeugt, die von einem dichten Kokon aus kaltem Gas umhüllt sind. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass die Strahlung von Überresten explodierter Sterne ausgesandt wird, die durch einen Pulsar aufgeheizt werden.
Seit die Gamma-Hintergrundstrahlung der Milchstraße vor etwa 30 Jahren entdeckt wurde, hatten Astronomen vermutet, dass sie durch Wechselwirkungen zwischen Atomen im interstellaren Gas zwischen den Sternen im Zentrum der Milchstraße entsteht. Allerdings war die beobachtete Strahlung viel zu stark, um durch diesen Mechanismus erklärt werden zu können.
Ute Kehse



















