Keine Spur vom Neandertaler
Genanalyse zeigt: Neandertaler als Vorfahr des modernen Menschen immer unwahrscheinlicher
Der Neandertaler hat sich wohl doch nicht mit dem modernen Menschen vermischt. Bei einer Analyse der so genannten mitochondrialen DNA (mtDNA) konnte ein internationales Forscherteam nun weitere Hinweise finden, die eine Abstammung des modernen Menschen vom Neandertaler widerlegen. Ihre Untersuchungen schildern Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Public Library of Science: Biology (Online-Vorabveröffentlichung, e57 DOI: 10.1371/journal.pbio.0020057).
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Die mtDNA wird im Gegensatz zum gewöhnlichen Erbgut im Zellkern ausschließlich über die mütterliche Linie vererbt. Daher bleibt sie über Generationen hinweg konstant. Die Anthropologen untersuchten die Überreste von 24 Neandertalern und 40 frühen modernen Menschen. Vier Neandertaler und fünf moderne Menschen waren gut genug erhalten, um das Genom der Individuen zu analysieren. Die mtDNA der vier Neandertaler glich der bereits früher untersuchter Neandertaler. Von den fünf modernen Menschen besaß jedoch kein einziger ähnliche mtDNA-Abschnitte.
Das Genom des Neandertalers hat sich demnach kaum in relevantem Maße mit dem Genom früher moderner Menschen vermischt. Ein genetischer Beitrag des Neandertalers zum modernen Menschen in größerem Umfang sei somit auszuschließen, schreiben die Anthropologen. Eine geringfügige Vermischung sei jedoch denkbar.
Der Neandertaler lebte etwa vor 150.000 bis vor 30.000 Jahren und besiedelte Europa, Teile Asiens und den Mittleren Osten. Der moderne Mensch betrat vor rund 200.000 bis 100.000 Jahren die Bildfläche. Experten sind sich bis heute nicht absolut sicher, ob sich beide in der Zeit vermischten, in der sie parallel lebten.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff

















