Vor dem Kauf von Nikotinpflaster und Raucherkaugummi: Gentest machen!
Bei Frauen bestimmt eine bestimmte Genvariante, ob Nikotinersatztherapien helfen oder nicht
Nikotinpflaster helfen nicht jedem dabei, das Rauchen aufzugeben. Nach den Ergebnissen einer britischen Studie entscheidet zumindest bei Frauen ein bestimmtes Gen darüber, ob sie von einer Nikotinersatztherapie profitieren oder nicht. Bei Männern konnten Patricia Yudkin und ihre Kollegen von der Universität Oxford dagegen keinen solchen Zusammenhang feststellten. Die Wissenschaftler beschreiben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift British Medical Journal (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1136/bmj.38050.674826.AE)
ANZEIGE
Acht Jahre nach einer Studie zur Wirksamkeit von Nikotinpflastern befragten die britischen Mediziner 752 der ursprünglich mehr als 1500 Teilnehmer nach ihren Rauchgewohnheiten. Anschließend überprüften die Forscher die Angaben, in dem sie die Menge von Cotinin, einem Abbauprodukt von Nikotin, im Blut der Probanden bestimmten. Zusätzlich wurde bei jedem Teilnehmer analysiert, welche Variante eines so genanten Dopaminrezeptor-Gens in seinem Erbgut vorhanden war.
Bei Frauen fanden die Forscher einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Form des Dopaminrezeptor-Gens und dem Erfolg der Nikotinersatztherapie: Von den Teilnehmerinnen mit der so genannten T-Variante des Gens hatten mehr das Rauchen aufgegeben als von den Probandinnen, die die so genannte C-Variante in ihrem Erbgut trugen. Bei Männern fanden die Wissenschaftler dagegen keinen Einfluss der Genvariante auf die Nichtraucher-Quote.
Dieser Befund deute darauf hin, dass Nikotinabhängigkeit bei Männern und Frauen von unterschiedlichen Stoffwechselprozessen beeinflusst werde, schreiben die Forscher. Die Effektivität einer Nikotinersatztherapie könne demnach – zumindest bei Frauen – verbessert werden, wenn vor Beginn der Behandlung die Genvariante bestimmt werde.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel

















